Anwalt und Dealer – Jurist wegen Drogenhandels vor Gericht

von Stefan Maier

„Der Anwalt meines Vertrauens“ bezeichnet meist den von einem selbst favorisierten Advokaten. Nicht so im vorliegenden Fall. Hier ist es der Spitzname eines Rechtsanwalts in der Drogenszene. Der 32-jährige Anwalt steht wegen Drogenhandels vor Gericht.

In einer Münchner Kanzlei arbeitet der aus Erding stammende Volljurist tagsüber. Nach Feierabend hat er sich dann ein Zubrot mit dem Handel illegaler Substanzen verdient. Ein Polizeispitzel hatte die Kripo auf die Machenschaften des Volljuristen aufmerksam gemacht. Es folgte eine monatelange Observierung durch die Kripo. Dadurch ließen sich die Vorgänge eindeutig rekonstruieren:

Ein Drogenlieferant aus Aachen besorgte die Rauschmittel in den Niederlanden. Als Amazon-Sendungen getarnt gelangte Kokain in Mengen von 20 bis 100 Gramm unter dem Codenamen „Champagner“, sowie ein Kilogramm Amphetamin unter dem Tarnnamen „Speck“ in regelmäßigen Abständen nach Erding. Empfangen wurden die Päckchen von der Mutter des Angeklagten, welche diese unter anderem in einer ausgehöhlten Packung Toastbrot versteckte. In kleinen Mengen verkaufte der Anwalt die Substanzen dann in Erding und München.

Der Prozess vor dem Landgericht Landshut begann mit einer juristischen Verständigung ...

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  • Rechtsanwalt und Dealer

    sueddeutsche.de - 32 Leser - Ein 32 Jahre alter Jurist aus Erding muss sich wegen Drogenhandels verantworten. Der Sohn heroinsüchtiger Eltern hat den Kauf und Verkauf von Kokain und Amphetamin im Wert von etwa 100 000 Euro gestanden

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