Tag der offenen Tür in der JVA Plötzensee (Berlin)

von Jannina Schäffer

Aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee sind in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr gleich mehrere Häftlinge entkommen. Erst waren es vier, dann fünf, dann sieben und schließlich neun flüchtige Verbrecher. Es scheint, als fände in der JVA Plötzensee momentan der Tag (oder der Monat?) der offenen Tür statt.

Bereits am 28. Dezember hatten vier Gefangene in einem Heizungsraum einen Betonpfeiler in der Lüftungsöffnung der Mauer mit einem Hammer zerstört und waren über das Loch in der Wand entkommen. Das Gelände der JVA konnten sie verlassen, indem sie einfach unter einem Zaun hindurchkrochen. Die Werkzeuge hatten sie sich in der Gefängniswerkstatt besorgt, in der sie tagsüber arbeiteten. Eine Kamera hatte zwar die Flucht der Männer gefilmt, jedoch keinen Alarm geschlagen. Die JVA Plötzensee ist eines von sechs Berliner Gefängnissen, deren Zustand Experten als veraltet bemängeln und in dem deswegen nur eine mittlere Sicherheitsstufe herrscht. Die Männer hatten wegen Diebstahls und schwerer Körperverletzung im Gefängnis gesessen. Mittlerweile hat sich einer der Männer wieder gestellt. Der Berliner Justizsenator teilte mit, dass der Mann in eine JVA mit höheren Sicherheitsstandards verlegt werde.

Ausbrecher wären sowieso bald freigelassen worden

In der Woche danach waren gleich drei Häftlinge nicht aus dem offenen Vollzug zurückgekommen. Der offene Vollzug ist eine Lockerdungsmaßnahme, die auch aus Resozialisierungsgründen für besonders geeignete Häftlinge vorgesehen ist. Optimalerweise verlässt der Gefangene morgens die Haftanstalt und begibt sich zu seinem Arbeitsplatz. Nach Beendigung der Arbeit kehrt er unverzüglich in die Anstalt zurück und bleibt dort bis zum nächsten Morgen eingeschlossen. Zu den in Deutschland prominentesten Freigängern gehörten unter anderem der Fußballfunktionär Uli Hoeneß sowie der Manager Thomas Middelhoff.

Doch damit war die peinliche Pannenserie in der JVA Plötzensee noch nicht zu Ende ...

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  • Tage der offenen Tür in der JVA Plötzensee

    sueddeutsche.de - 10 Leser - Zwei Ausbrecher aus dem Berliner Gefängnis haben sich gestellt. Aber der Pannen-Knast kommt nicht zur Ruhe: Offenbar sind noch mehr Häftlinge geflohen als bisher bekannt - sechs Männer fehlen noch.

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