Wenn ein Rechtsanwalt zum Reichsbürger wird

von Stephan Weinberger

„Ich erstatte Strafanzeige gegen Sie. Bei sofortiger Untersuchungshaft.“ so drohte der angeklagte ehemalige Rechtsanwalt Dirk M. dem Vorsitzenden Richter Christoph Märten bei einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Wuppertal. Dirk M. muss sich wegen Urkundenfälschung verantworten. Und nicht nur das: Obwohl ihm die Kammer die Zulassung entzog, schrieb Dirk M. weiterhin Schriftsätze auf seinem Kanzleibriefbogen ans Gericht und soll auch noch für Mandanten tätig gewesen sein. Dies führte zu neuen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

„Die Bundesrepublik Deutschland ist illegal und ihre Gerichte sind korrupt“ – gab der Angeklagte ebenfalls zu Protokoll, hielt ihn aber nicht davon ab, gegen das vorangegangene Urteil des Amtsgerichts Velbert selbst Berufung einzulegen. Dieser Umstand führte Richter Christoph Märten zu der Frage an den Angeklagten, warum er sich eines Rechtsmittels bedient, das Teil einer Strafprozessordnung eines Staates ist, welchen er nicht anerkennt? Eine Antwort auf diese Frage gab es dafür vom Angeklagten nicht. Seit 1946 sei seiner Ansicht nach kein legales Gesetz mehr erlassen worden ...

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