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Zwölftausend Franken für vier Monate U-Haft

am 14.06.2007 von http://www.strafprozess.ch

Der Kanton Genf hat einem ausländischen Geschäftsmann, der rund vier Monate in Untersuchungshaft gehalten und später freigesprochen wurde, eine Entschädigung von CHF 25,000.00 zugesprochen (für ungerechtfertigte Haft CHF 12,000.00, für die Anwaltskosten CHF 10,000.00 und für die Reisekosten der Ehefrau für Haftbesuche CHF 3,000.00). Damit nicht ganz zufrieden, gelangte er ans Bundesgericht und verlor weitere CHF 2,000.00 und seine Anwaltskosten.
Der Beschwerdeführer machte unter dem Titel Anwaltskosten über CHF 100,000.00 geltend. Die maximale Entschädigung für Anwaltskosten beträgt nach StPO/GE aber nur CHF 10,000.00. Ausserordentliche Umstände, die eine höhere Entschädigung ermöglicht hätten, lagen auch nach Bundesgericht nicht vor:
En effet, la détention a été relativement brève, puisqu’elle n’a duré que quatre mois. Quant à la procédure, elle concernait des faits et personnes bien circonscrits et ne visait qu’une seule infraction pénale. Dans ces conditions, on ne discerne aucune application arbitraire de l’art. 379 CPP/GE (E. 2.2.2).
Diese Argumentation kann ich schlicht nicht nachvollziehen, was sicher an meinen schwachen Sprachkenntnissen liegt. Völlig unverständlich aber erscheint, dass das Bundesgericht bei vier Monaten U-Haft von einer relativ kurzen Haftdauer spricht.
Die Reisekosten für das persönliche Erscheinen nach der Entlassung aus der Haft hätten gemäss Vorinstanz auch beruflichen oder persönlichen Zwecken dienen können. Dafür wurde eine Entschädigung verweigert. Auch diese Feststellung qualifizierte das Bundesgericht als nicht willkürlich.
Die Reisekosten der Ehefrau von über CHF 12,000.00 wurden von der Genfer Justiz als übermässig qualifiziert. Das Bundesgericht erkannte auch angesichts des schwierigen gesundheitlichen …

Erneute Haftentlassung kurz nach Einreichung der Haftbeschwerde

strafprozess / Erneut musste sich das Bundesgericht (BGer, 1B_16/2008 vom 14.02.2008) mit einer zufolge Haftentlassung gegenstandslos gewordenen Strafrechtsbeschwerde befassen. Einen Tag nach dem vorinstanzlichen Haftentscheid beantragte der Beschwerdeführer dem…

25 Monate Präventivhaft sind genug

strafprozess / Das Bundesgericht entlässt einen Beschwerdeführer auf staatsrechtliche Beschwerde hin wegen Verletzung der Verhältnismässigkeit aus der Präventionshaft (Urteil 1P.415/2006 vom 24.07.2006). Der Beschuldigte war erstinstanzlich zu einer Freiheits…

Entschädigungsanspruch nach Freispruch

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… und die Kosten trägt die Anwältin

strafprozess / Das Bundesgericht scheint die Haftung der Parteivertreter für die Gerichtskosten auszudehnen. Hier ein aktuelles Beispiel (1B_116/2007 vom 10.07.2007): Les frais sont en principe mis à la charge de la partie qui succombe (art. 66 al. 1 LTF). Les fr…

Zurückgewiesene Haftbeschwerden

strafprozess / Auf staatsrechtliche Beschwerden gegen Haftentscheide tritt das Bundesgericht in der Regel nicht ein, wenn der Beschwerdeführer zwischenzeitlich aus der Haft entlassen wurde. In BGE 1P.621/2005 vom 10.01.2006 wurde der Beschwerdeführer vor Einreic…

Untersuchungshaft wegen Sachbeschädigung und versuchten Diebstahls

strafprozess / Bis vor Bundesgericht ziehen musste ein Beschuldigter, der wegen Verdachts der Sachbeschädigung und des versuchten Diebstahls in Untersuchungshaft versetzt worden war. Die Beschwerde hatte offenbar ihre Wirkung: der Beschwerdeführer wurde umgehend…

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