Zwei im Sudan entführte THW-Mitarbeiter freigelassen
Reuters | 27. Juli 2010 — Khartum (Reuters) - Zwei im Juni in der sudanesischen Unruheregion Darfur entführte deutsche Entwicklungshelfer sind am Diensta…
Khartum (Reuters) - Zwei im Juni in der sudanesischen Unruheregion Darfur entführte deutsche Entwicklungshelfer sind am Dienstag freigelassen worden.
Den beiden Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks (THW) gehe es gut, sagte ein Vertreter der Vereinten Nationen. Die THW-Mitarbeiter waren am 22. Juni aus ihrem Quartier in der Stadt Nyala verschleppt worden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich erleichtert. Die beiden Männer befänden sich in der Obhut sudanesischer Stellen und würden in die Hauptstadt Khartum gebracht, erklärte er. Das russische Auenministerium erklärte, Rebellen hätten am Montag einen Helikopter mit vier russischen und fünf sudanesischen Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt gebracht.
Im Sudan tätige Hilfsorganisationen haben eine zunehmende Feindseligkeit gegenüber ihren Mitarbeitern festgestellt, nachdem der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen Präsident Omar Hassan al-Baschir wegen Kriegsverbrechen und Völkermordes ausgestellte. Rund einen Monat vor der Entführung der Deutschen wurde eine US-Mitarbeiterin einer christlichen Wohltätigkeitsorganisation verschleppt. Sie wird nach wie vor festgehalten. Im April wurden vier südafrikanische Soldaten der von UN und Afrikanischer Union (AU) gestellten Darfur-Friedenstruppe entführt. Sie wurden zwei Wochen später wieder freigelassen.
Der russische Hubschrauber gehörte nach Angaben des Außenministeriums in Moskau zu einer russischen Gesellschaft, die für die UN und die AU tätig sei. Niemand sei verletzt worden, der Hubschrauber sei unbeschädigt. Die Botschaft bemühe sich um die Freilassung der Besatzung.
UN-Schätzungen zufolge sind seit Beginn des Bürgerkriegs in Darfur 2003 bis zu 300.000 Menschen getötet worden. Rebellen werfen der Zentralregierung vor, die Region zu benachteiligen. Die Regierung in Khartum geht von rund 10.000 Todesopfern aus.
Erschienen 27. Juli 2010 bei http://www.reuters.com.
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