Zug entgleist in Hamburg - Weiter Verspätungen wegen ICE-Checks

Hamburg (Reuters) - Am Hamburger Hauptbahnhof ist am Mittwochabend ein ICE auf dem Weg zum Abstellgleis aus den Schienen gesprungen.

Die Ursache sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Donnerstag in Hamburg. Der nur mit dem Lokführer besetzte Zug sei beim Rangieren an einer Gleissperre mit einer Achse aus der Schiene gesprungen. Die Gleissperre stoppe Züge normalerweise mechanisch, wenn ein Signal auf Rot stehe. Der Zug sei noch in der Nacht wieder ins Gleis gehoben und untersucht worden. Inzwischen fahre er wieder.

Die Sicherheitsprüfung der modernen ICE-Züge behindert unterdessen weiter den Bahnverkehr. Die Neigetechnik-Strecken Frankfurt-Leipzig-Dresden und Stuttgart-Zürich würden weiter ersatzweise mit IC-Zügen befahren, dort komme es noch zu Verspätungen, sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin. Auf der Strecke Dortmund-Frankfurt-Wien verkehrten die Neigetechnik-Züge des Typs ICE-T dagegen bereits wieder planmäßig.

Auch auf der vom ICE-3 befahrenen Nord-Süd-Strecke Ruhrgebiet-Köln-Frankfurt-Süddeutschland habe sich die Lage deutlich entspannt, sagte der Sprecher. 80 von 130 Verbindungen würden dort inzwischen wieder planmäßig und in voller Zuglänge bedient. Insgesamt hätten sich die Beeinträchtigungen wesentlich verringert. Es sei aber noch nicht absehbar, wann wieder Normalbetrieb herrschen werde. Auch nächste Woche würden mit Sicherheit noch Züge in den Werkstätten stehen. Für das Wochenende rechne die Bahn jedoch mit einer deutlichen Verbesserung des Angebots.

Hintergrund der Sicherheitschecks ist der Achsbruch eines ICE 3 im Sommer in Köln. Dafür konnte nach Angaben des Unternehmens bisher keine eindeutige Ursache gefunden werden. Die Flotte wird seitdem in verkürzten Intervallen überprüft. Vergangene Woche hatte die Bahn die Kontrollen ausgeweitet, nachdem laut Medienberichten bei Überprüfungen erneut ein Riss gefunden worden war.



Quelle: Reuters (23. Oktober 2008)

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Themen: Hamburg , Sprecher

Erschienen 23. Oktober 2008 bei http://www.reuters.com.

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