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LawBlog | 10. Januar 2005 — Diskussion mit einem Strafrichter, der um 18.04 Uhr (sehr löblich, diese Arbeitszeiten) auf mein Handy durchgestellt wurde: I…
Taliban oder USA, das fragt man sich bei dieser Meldung der Financial Times Deutschland schon. Die Arbeitnehmerin mit dem an und für sich schon beeindruckenden Namen Debrahlee Lorenzana wurde angeblich gefeuert - weil sie zu gut aussah. Das Taliban-Element: Ihr Boss (weder Taliban noch dem vernehmen nach Muslim, um Mißverständnissen vorzubeugen) setzte ihr erst zu, sie solle keine engen Rollkragenpullis und keine Etuikleider mehr im Büro anziehen (da wird man schon stutzig, das sind ja nicht gerade unanständige Klamotten, und der Chef war wohl ganz und gar nicht religiös). Die männlichen Mitarbeiter reagierten, meinte er, auf Debrahlee Lorenzana (wir müssen sie so nennen, denn wir sind nicht sicher, was der Vor- und was der Nachname ist) dergestalt aufgeheizt, dass sie nicht mehr produktiv arbeiten könnten. Als das auch nichts half, verzichtete er auf die Anordnung der Burka und kündigte - die Frau sei männlichen Mitarbeitern einfach unzumutbar. Jetzt fühlt sie sich irgendwie diskriminiert. Ob es mit der Klage was wird, ist nach der FTD offen, denn man kann in USA wohl unterschreiben, alle Konflikte außergerichtlich zu lösen (mit so einem Arbeitsvertrag soll mal einer vor einem deutschen Arbeitsgericht erscheinen).
Irrsinn?
Nein: Das ist natürlich eine Geschlechterdiskriminierung. Wir sehen auch keine Rechtfertigung. Das AGG ist zwar immer noch nicht auf Kündigungen anwendbar (§ 2 Abs. 4 AGG), aber das dürfte eher eine Formalität sein. Der Fall wäre also auch in Deutschland eine entschädigungspflichtige Diskriminierung. Wer so eine Kündigung ernsthaft abfeuert, hat es aber auch nicht besser verdient.
Was macht ihn so erwähnenswert? Nur die Erinnerung - Mein Freund und Kollege Lars Weber, der sei vielen Jahren eine erfolgreiche Anwaltskanzlei in Brasilien betreibt. Er kennt zwar den Fall vermutlich nicht, aber meine Entrüstung über den Sachverhalt wäre größer, wenn ich ihn nicht (in Bild und Ton) vor Augen hätt…
» Vollständiger ArtikelErschienen 7. Juni 2010 auf http://www.reuter-arbeitsrecht.de.
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Zu schön, um angestellt zu sein: Debrahlee Lorenzana wurde von ihrem Arbeitgeber, der Citigroup, entlassen - weil sie einfach zu gut aussieht. Das ...