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Zu Recht- und Unrechtschreibung

am 22.04.2005 von http://lawworld.blogspot.com

Währet den Anfengen, ist man bei Betrachtung der immer wieder aufkeimenden Rechtschreibreformdiskussion versucht zu sagen. Warum dies? Die Diskussion ist ihrem Wesen nachunwissenschaftlich, unreflektiert und unproduk­tiv. Ihre Wendepunkte bilden ein überlebtes Sprachbewusstsein, das Unwissen über sprachliche Entwicklungen und nationalistische Reflexe. Ein Ende der Diskus­sion ist angezeigt.
Rechtschreibung. Schon der Begriff ist problematisch, indiziert doch sein logisches Gegenteil, die Unrechtschreibung, ein widerrechtliches Vorgehen des Schreibenden, eine Handlung wider die öffentliche Schreibordnung, ein Verbrechen gegen die Sprachgemeinschaft. Stehen wir davor, fehlerbehaftete Schriftstücke als Beweisstücke vor dem Sprachgerichtshof einzusetzen? Dies wohl nicht, doch befinden sich selbst unter jenen, die in einem Rechtschreibfehler kein deliktisches Vorgehen sehen, Befürworter der Zurücknahme der Rechtschreibreform. Allein: Die aktuelle Debatte ist aus mehreren Gründen entbehrlich.


Künstlichkeit als Wesenszug



1. Die Diskussion ist künstlich. Losgetreten von durchaus führenden Stimmen des deutschen Medienbetriebes (Süddeutsche Zeitung, Springer-Verlagsgruppe, Spiegel, Bild), mag sie zwar einerseits auf ehrlicher (wenn auch verfehlter) Fortschrittsbedenklichkeit beruhen, stellt aber andererseits vorwiegend Füllmaterial für das publizistische Sommerloch dar. Letzteres lässt sich an den Reaktionen der Redaktionen ermessen; nur selten ist ein Thema im Feuilleton des deutschen Sprachraums auf soviel Widerhall gestoßen. Vom Rauschen im Blätterwald ist auch Österreich betroffen: von fast täglichen Kommentaren in Qualitätszeitungen, die das Meinungsspektrum in allen Schattierung repräsentieren, bis hin zur gegen die Reform Front machenden Kronen Zeitung, in der Cato apodiktisch „Schluß damit!“ verkündete und die Rechtschreibreform meinte.
Eines jedoch übersehen die Diskutanten: Sie …

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