Zu den Umständen, die es erlauben, einen angreifenden Raubvogel zu töten
am 02.05.2007 von http://info.folkertjanke.de
Warum nicht mit einem Harris Hawk auf die Jagd gehen? Der kluge Wüstenbussard gilt als besonders lernfähig und versteht sich gut mit Menschen. Dennoch bleibt er ein Raubvogel mit einem mitunter unberechenbaren Verhalten. So kommt es vor, dass der Greifvogel die Pirsch kurzerhand in ein Gehöft verlegt und dort unter den Haustieren nach Beute Ausschau hält. Nicht nur für die Tauben und Hühner eine tödliche Hetzjagd. Denn der Hofbesitzer darf sich gegen die Bussardattacke wehren - unter Umständen das Tier sogar erlegen.
Das Amtsgericht Kronach mit Urteil vom 22.11.2006 (Az.: 1 C 477/06) und das Landgericht Coburg mit Beschlüssen vom 2.3.2007 und 11.4.2007 (Az.: 33 S 114/06; rechtskräftig) wiesen in einem aktuellen Fall die Klage eines Falkners ab. Ein Landwirt hatte den zur Jagd eingesetzten Wüstenbussard getötet, wofür das Vogelherrchen Geldersatz in Höhe von rund 2.500 € wollte. Die Richter hielten aber die Tat des Bauern für gerechtfertigt. Der Greifvogel hatte nämlich zuvor in seinem Hühnerhof gewildert.
Der Kläger nahm an der Beizjagd mit seinem noch jungen Wüstenbussard teil. Für den Vogel, ausgestattet mit ledernen Geschühriemen und Fußschellen, war es die erste Hatz. Vielleicht lag es daran, dass sich der Raubvogel nach kurzer Zeit auf den Hof des Landwirts verirrte und Jagd auf eine Henne machte. In dem Moment, als der Bussard das Huhn packte, warf sich der Bauersmann beherzt dazwischen. Erschrocken griff der Greifvogel den Hennenbesitzer an. Dieser wusste sich nicht anders zu wehren, als den Vogel kurzum zu enthaupten. …
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