Zitterpartie für Schwarz-Gelb bei Bundestagswahl erwartet

Berlin (Reuters) - Nach vier Jahren großer Koalition wählen die Bundesbürger einen neuen Bundestag.

Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 08.00 Uhr. Bis 18.00 Uhr können die 62,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Unmittelbar danach werden Prognosen und erste Hochrechnungen veröffentlicht. Das amtliche Endergebnis wird am späten Abend erwartet.

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel will künftig mit der FDP regieren. Wahlforscher rechneten allerdings mit einem knappen Ausgang, zumal nach ihrer Einschätzung bis zu ein Drittel der Wahlberechtigten auch kurz vor der Abstimmung unentschlossen waren.

Umfragen sahen die Union bei dem schwachen Ergebnis von 2005 von gut 35 Prozent der Stimmen. Der Wunschpartner FDP lag demnach auf einem Spitzenwert von klar über zehn Prozent. Die letzte Forsa-Umfragen sagen allerdings ein Patt von Schwarz-Gelb gegenüber SPD, Grünen und Linkspartei voraus. Die SPD kann den Erhebungen zufolge mit 26 Prozent rechnen. Das wäre ihr bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Auf die Grünen entfielen bis zu elf, auf die Linkspartei bis zu zwölf Prozent.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte bei der Stimmabgabe in Berlin, er hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung und eine Stärkung der Demokratie. "Mein persönliches Wahlziel ist eine starke SPD und Schwarz-Gelb verhindern", sagte Steinmeier. "Ich bin sehr sicher, das wird eine starke SPD. Eine starke SPD, die die Regierung diesmal von vorne führen kann."

LANDTAGSWAHLEN IN BRANDENBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEIN

Parallel zur Bundestagswahl finden in Brandenburg und Schleswig-Holstein Landtagswahlen statt. In Brandenburg könnten Ministerpräsident Matthias Platzeck und seine SPD Umfragen zufolge als stärkste Kraft die Koalition mit der Union fortsetzen oder ein Bündnis mit der Linkspartei eingehen.

Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein sagten die Erhebungen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Die CDU von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat zuletzt an Zustimmung verloren und käme mit ihrem Wunschpartner FDP nicht mehr auf eine Mehrheit. Rein rechnerisch kommen die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Ralf Stegner, Grüne, Linkspartei und Südschleswigschen Wählerverband (SSW) zusammen auf 50 Prozent. Der SSW, für den als Vertreter der dänischen Minderheit die Fünf-Prozent-Hürde nicht gilt, hat aber eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen. Carstensen hatte die Koalition mit der SPD im Juli im Streit über den Schuldenabbau und die politische Verantwortung für eine mangelnde Kontrolle der HSH Nordbank platzen lassen.



Quelle: Reuters (27. September 2009)

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Themen: Berlin , Germany , Cdu , Bundestag , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Brandenburg , Schleswig Holstein , Landtagswahlen , Bundestagswahl , Fdp , Angela Merkel , Elections

Erschienen 27. September 2009 bei http://www.reuters.com.

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