Dritte Runde bei Bundespräsidentenwahl angelaufen
Reuters | 30. Juni 2010 — Berlin (Reuters) - In der Bundesversammlung hat am Mittwochabend in Berlin die dritte Runde der Wahl des Bundespräsidenten bego…
Diesen Satz gibt es in verschiedensten Variationen. Er kam mir gestern wieder in der Sinn als ich das Abstimmungsverhalten der Partei “DIE LINKE. e.V.” (so heißen die laut Vereinsregister wirklich) beobachtete.
Die eigene Kandidatin war chancenlos. Wenn ich ein halbwegs rationales Verhalten unterstelle, hätte also zumindest im dritten Wahlgang das kleinere Übel gewählt werden müssen. Sich der Stimme enthalten, damit für nichts verantwortlich sein und den Kopf in den Sand stecken funktioniert nur für Leute, die einem Rat von Lothar Matthäus nicht gefolgt sind. Jedenfalls den führenden Köpfen unterstelle ich hinreichende Intelligenz, die Folgen ihres Tuns abschätzen zu können.
Folglich muss offenbar bei der Wahl zwischen Gauck und Wulff letzter das kleinere Übel gewesen sein. Warum?
Das öffentliche Beleidigtsein, dass man nicht gefragt wurde und man hätte sich ja auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können, kann offensichtlich nicht der Grund sein. Wenn es einen solchen allseits konsensfähigen Kandidaten gegeben hätte, hätte er ja einfach mal vorgeschlagen werden können. Ein Kandidat, der vollständig auf der Parteilinie der Partei “DIE LINKE.” liegt, ist aber nicht konsensfähig. Noch nicht einmal im linken Lager. Und das ist auch gut so.
Schon wesentlich näher liegt ein Grund der von der Parteispitze zumeist weit von sich gewiesen wurde und höchstens verdruckst zugegeben wurde unter dem Stichwort “Gauck ist kein Versöhner”. Die Parteibasis sprach dagegen offen und ehrlich aus: Keine Stimme für den Stasi-Aufklärer!
Auch realpolitisch ist die Wulf…
» Vollständiger ArtikelErschienen 1. Juli 2010 auf http://www.martin-neldner.de.
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