Einigung über Neonazi-Datei
Internet-Law | 4. Januar 2012 — Nach Presseberichten haben sich das Innen- und das Justizministerium auf die Einrichtung der seit einigen Wochen diskutierten…
Die Bundesregierung hat letzte Woche die Einführung einer Neonazi-Verbunddatei beschlossen, um den Kampf gegen gewaltbereite Rechtsextremisten voranzutreiben.
Damit werden künftig die Polizei, der Verfassungsschutz und der militärische Abschirmdienst (MAD) verpflichtet sein, ihre Informationen in eine Datenbank einzuspeisen.
Datei soll knapp 10.000 Namen erfassenNach Einschätzung des Verfassungsschutz-Chefs Fromm dürfte die Datei knapp 10.000 Namen umfassen. Hinzu kommen Daten über Bankverbindungen, Anschriften, Telekommunikationsanschlüsse und E-Mail Adressen, Informationen über den Besitz von Autos und Waffen sowie Aktivitäten wie Besuche rechtsradikaler Konzerte und Mitgliedschaften in einschlägigen Vereinen und Organisationen.
„Gewaltbezogenheit“ der Rechtsextremisten ausschlaggebendBetroffen sollen Daten „gewaltbezogener“ Rechtsextremisten sein, wozu auch Hintermänner und Drahtzieher rechtsextremer Gewalt gerechnet werden. Das Merkmal der Gewaltbezogenheit ist ein Kompromiss, den die Bundesjustizministerin und der Bundesinnenminister gefunden haben, nachdem dieser sich ursprünglich für die Erfassung von Daten „gewalttätiger“ und „gewaltbereiter“ Rechtsextremisten ausgesprochen hatte.
Gute Absicht, falsches ErgebnisDie Justizministerin hatte gerade vermeiden wollen, dass nicht durch Gewalt aufgefallene Rechtextremisten von der Datenbank erfasst werden. Durch ihren Kompromiß, dass Merkmal der Gewaltbezogenheit anzuwenden, dürfte sie vielmehr das Gegenteil erreicht haben. Der Unterschied zwischen den Merkmalen „gewaltbereit“ und „gewaltbezogen“ erschließt sich kaum. Der Begriff der Gewaltbezogenheit eröffnet einen so großen Interpretationsspielraum, dass deutlich mehr Personen in das Raster fallen dürften, als unter dem Merkmal der Gewaltbereitschaft.
Datensammlung hätte Pannen nicht verhindertDoch schon die Tatsache, dass eine solche Datenbank beschlossen wurde, muss Unbehagen hervorrufen. Sie offenbart, dass aus der Pannenserie, die es dem Zwickauer Trio ermöglichte, über ein Jahrzehnt ungehindert in Deutschland zu morden, nicht die richtigen Schlussfolgerungen gezogen worden sind.
Nach den bisherigen Erkenntnissen blieben die Taten nicht wegen eines Mangels an Informati…
» Vollständiger ArtikelErschienen 25. Januar 2012 auf http://www.datenschutzbeauftragter-info.de.
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beck-blog | 18. November 2011 — Die Mordserie der Zwickauer Terrorzelle steht derzeit im Fokus der Öffentlichkeit. Hier im Blog wurde das Thema bereits von Pro…
Rechtslupe | 20. Januar 2012 — Die Bundesregierung hat den vom Bundesminister des Innern vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung de…
sueddeutsche.de | 4. Januar 2012 — Der gemeinsamen Verbunddatei von Polizei und Verfassungsschutz über gewalttätige Neonazis steht nichts mehr im Weg: Das Bunde…
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Schnüffelblog | 28. Februar 2007 — heise online berichtet: „Umstrittene Datenbank-Fahndung läuft an Am morgigen Donnerstag startet peu a peu die Benutzung der Anti-T…
Schnüffelblog | 20. April 2008 — Die Polizei des Landes NRW informiert: Die Datei über Gewalttäter, die insbesondere im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen auf…
Reuters | 17. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - Rechtsextremisten haben dieses Jahr nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) erneut rund 20.000 Straftaten…
Schnüffelblog | 7. August 2007 — Die Datensammelwut unserer (?) Politiker nimmtabsolut kein Ende, wie die Berliner Zeitung berichtet: Bund plant gläsernen Steuer…
Datenschutzbeauftragter | 3. Juni 2011 — Findet das Datenschutzrecht auch Anwendung auf die Nutzung lediglich in der Erinnerung befindlicher personenbezogener Daten? …
Der Bundestag soll mögliche Versäumnisse und Pannen der Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle untersuchen: Alle fünf Fraktionen einigten sich auf die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses, wie Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier mitteilte.
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