Telekom - Von Spitzelaffäre auch Betriebsräte betroffen
Reuters | 11. November 2008 — Düsseldorf (Reuters) - Von der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom sind neben Aufsichtsräten und Journalisten wohl auch Bet…
Frankfurt (Reuters) - Bei den Ermittlungen in der Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom sind einem Zeitungsbericht zufolge mindestens drei Konzernmitarbeiter überführt worden.
Dies berichtete die "Financial Times Deutschland" vorab aus ihrer Mittwochausgabe und berief sich dabei auch auf Recherchen des Wirtschaftsmagazins "Capital".
Den Angaben zufolge liegt der Staatsanwaltschaft Bonn die E-Mail eines Mitarbeiters der Telekom-Konzernsicherheit vor. Darin weise er einen Kollegen bei T-Mobile an, Verbindungsdaten eines "Capital"-Redakteurs herauszusuchen, damit diese ausgewertet werden könnten. Auf der angehängten Visitenkarte des Journalisten hätten die Mobil- und Festnetznummer gestanden. Zusätzlich liege der Staatsanwaltschaft mindestens eine Mail vor, mit der illegal erhobene Telefondaten übertragen worden seien.
Der Kreis der Journalisten, die von der Telekom bespitzelt wurden, sei zudem offenbar größer als bislang bekannt, hieß es in dem Vorabbericht weiter. Demnächst würden die Betroffenen angeschrieben und informiert, berichtete die "FTD" unter Berufung auf die Bonner Staatsanwaltschaft. Damit solle ihnen die Möglichkeit eröffnet werden, selbst Strafanzeige zu erstatten.
Die Telekom hat eingeräumt, 2005 und möglicherweise auch 2006 Telefondaten ausgewertet zu haben. Nach Informationen aus dem Konzernumfeld ging es hauptsächlich um Kontakte zwischen Aufsichtsräten und Journalisten, wohl aber auch um Kontakte von Managern zu Journalisten. Ziel soll gewesen sein, undichte Stellen zu stopfen, um die Veröffentlichung von Interna zu unterbinden.
Zu dem "FTD"-Bericht war zunächst weder von der Telekom noch von der Bonner Staatsanwaltschaft eine Stellungnahme zu erhalten.
Erschienen 9. September 2008 bei http://www.reuters.com.
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