Zeitung: Bund will Bahn weniger Geld für Schienennetz geben
am 27.06.2008 von
Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will der Deutschen Bahn einem Zeitungsbericht zufolge weniger Geld für den Erhalt des Schienennetzes zur Verfügung stellen als ursprünglich geplant.
Statt über zehn Jahre 2,5 Milliarden Euro plane Finanzminister Peer Steinbrück nur noch zwei Milliarden Euro jährlich ein, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Samstagausgabe ohne konkrete Quellenangabe. Davon sollten zudem 500 Millionen Euro als zinslose Darlehen gewährt werden. Steinbrück wolle so die Belastung des Bundeshaushalts vermindern, um 2011 einen ausgeglichenen Etat vorlegen zu können. Der Minister will kommende Woche seinen Haushaltsentwurf 2009 vom Kabinett beschließen lassen.
Der Bund habe auch weitere Bedingungen in den Gesprächen mit der Bahn genannt, die im Herbst 24,9 Prozent ihrer neuen Verkehrsholding DB Mobility Logistics an die Börse bringen will, hieß es in dem Bericht weiter. Dazu gehöre die Mitfinanzierung zusätzlicher Streckenabschnitte durch das Unternehmen. Wegen dieser Differenzen steckten die Verhandlungen zwischen dem Bund und seinem Konzern in einer Sackgasse. Ohne eine Einigung würde die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung scheitern, die Rechte und Pflichten nach der Teilprivatisierung regeln soll.
In der Bahn-Transporttochter, die zu knapp einem Viertel privatisiert werden soll, sind der Personen- und der Güterverkehr zusammengefasst. Die Infrastruktur und insbesondere das mehr als 30.000 Kilometer lange Schienennetz bleiben vollständig im Besitz der weiterhin bundeseigenen Bahn-Holding.
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