Kurz zu Zeitschriften bei eBay und ich suche noch immer JuS
Jurakopf | 10. März 2008 — Mein Artikel zum Wert von Zeitschriften wurde durchaus beachtet von juristischen Blogs. Dazu ein Nachtrag: Der Jahrgang 2007 …
Da ich momentan sehr aktiv dabei bin, mir meine Bibliothek auszubauen und aufzufrischen habe ich sehr viel Kontakt zu (Ver)Käufern, nicht nur bei ebay, die sich wundern, für wie wenig Geld ihre einstmals so teuren Zeitschriften weggehen. Blankes Entsetzen herrscht dann, wenn wie letzten Samstag eine vollständige JuS Reihe (1961 bis 2000) gebunden für nur 126 Euro über den Tisch geht. Oder wenn man seinen teuer gebundenen Band der JuS für 3 Euro verkauft - oder gar den NJW Band gar nicht los wird. Zeit, eine profane Wahrheit auszusprechen: Zeitschriften sind keine Wertanlage.
Klar, eine vollständige NJW Bibliothek ist natürlich gutes Geld Wert - auf mehr als 1000 Euro kommt eine gebundene Serie von 1960 bis heute aber bei ebay nicht. Wer dann sogar mit ein paar Jahresbänden kommt, etwa von 1980 bis 1990, der fällt hinten um wenn die für unter 100 Euro weggehen. Aber ehrlich: Warum denn mehr?
Kanzleien brauchen die NJW? Jedenfalls in meinem Dunstkreis nicht, die meisten Kanzleien haben sie gar nicht abonniert, allenfalls eine hat wirklich alle NJW-Ausgaben gebunden - aber keiner liest die aktuellen Hefte oder liest hier mal was nach. Wer allgemeine Infos braucht, nutzt die Internet-Angebote der Fachverlage, das geht schneller. Gefragt sind vielmehr Fachzeitschriften wie die FamRZ oder NStZ. Recht hartnäckig hält sich das Gerücht, Rechtsanwälte müssen sogar die NJW beziehen - nun, zum einen ist das falsch, aber selbst wenn es stimmen würde: Warum sollte man wegen einer solchen Pflicht alte Bände aufkaufen?
Bei Ausbildungszeitschriften ist aber am Ende jeder Boden verloren: RAe haben damit nichts mehr zu tun, vielleicht noch für die Optik im Regal, aber das wars schon. Käuferkreis sind in erster Linie Studenten, und die knappsen bekanntlich an jedem Euro. Selbst von Unis höre ich aktuell, dass die nicht zum Käuferkreis gehören. Wenn die Nachfrage den Preis macht, sind das am Ende ganz schlechte Vorraussetzungen.
Doch es geht noch weiter: Es gibt NJW-DVDs und zahlreiche Online-Module von Beck, die nicht nur komfortabler zu durchsuchen sind, sondern (jedenfalls bei der JuS) auch noch im Angebot enthalten sind. Vor dem digitalen Hintergrund wird ein Zwang etwas zu kaufen sehr stark relativiert.
Darüber hinaus gibt es aber einen weiteren Faktor, der nicht zu vergessen ist: Die teilweise erheblichen rechtlichen Umwälzungen. Zuletzt 2002 die grosse Zivilrechtsreform und dann noch 1998 die letzte grosse Strafrechtsreform. Vor dem Hintergrund, in Kombination mit den oben stehenden Faktoren, bleibt da nicht wirklich Spielraum um über Preise zu verhandeln.
Meine Preiseinschätzung hat sich weiterhin bestätigt, jedenfalls was Ausbildungszeitschriften angeht: Vor 1998 mehr als 5 Euro pro Band ist schwer zu erzielen. Ungebunden zahle ich sogar nur 1-2 Euro. Allenfalls Liebhaber, die Lücken auffüllen wollen (wie ich) lassen sich kurzzeitig dazu hinreissen m…
» Vollständiger ArtikelErschienen 3. März 2008 auf http://www.jurakopf.de.
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Ich habe vor einiger Zeit vorgestellt, wie man sich mit Zeitschriften wie JuS oder JA eindecken kann, um eine eigene kleine Bibliothek aufzubauen (Artikel dazu