Zankapfel Wahlmaschinen

Isotopp befaßte sich Ende letzter Woche mit dem Thema Wahlmaschinen. Der Hintergrund: Eine niederländische Hackergruppe hatte sich eine Wahlmaschine vergleichbar des Typs beschafft, der in den Niederlanden flächendeckend eingesetzt wird und auch eine Zulassung der physikalisch-technischen Bundesanstalt hat. Und dann hat man ausprobiert, wie einfach sich dieses Gerät manipulieren ließ - mit einem, so wörtlich “desaströsen” Ergebnis. Der vollständige “Prüfbericht” ist hier abzurufen; die Zeit berichtet ebenfalls. Natürlich schießen jetzt wieder diverse Verschwörungstheorien aus dem Boden. Aber wer nun glaubt, daß hier nur ein paar Hippies am Werk waren, die Desinformation verbreiten wollten, dem seien einige Berichte aus den USA ans Herz gelegt, die ich über die vor kurzem schon vorgestellte Website electoral-vote.com gefunden habe: Ein Bericht von Prof. Edward Felten (Princeton) über die Zuverlässigkeit der Wahlmaschinen sowie eine Schilderung von Prof. Avi Rubin (John Hopkins University) in seinem Blog über seine Erlebnisse als Wahlhelfer mit Wahlgeräten. Gerade letzteres ist unbedingt lesenswert. Wie man sieht: Die Probleme bestehen nicht allein in der schlechten Programmierung der Software und mangelnden technischen Sicherheitsvorkehrungen (das “Siegel” etwa, das eine Öffnung der Maschine verhindern soll, konnte etwa ohne große Probleme abgeknubbelt und wieder angeklebt werden), sondern auch in schlechter Organisation und in der mangelnden Vorbereitung der Wahlhelfer auf den Umgang mit den Apparaten. Ich schließe mich Isotopps Frage an: Was ist so falsch an Papier und Bleistift? Es ist billiger und zudem nachvollziehbar - gerade bei knappen Wahlausgängen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Stimmzettel kann man nochmals auszählen. Bei Wahlcomputern, die - wie hier - keine Quittung ausdrucken, muß man notgedrungen darauf vertrauen, daß schon alles seine Ordnung hat.

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Themen: Zeitgeschehen

Erschienen 9. Oktober 2006 auf http://www.sartorienfelder.de.

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