Meyer Polizei Hamburg: Kämpfe zwischen Autonomen und Polizei in Hamburg - Festnahmen
Reuters | 13. September 2009 — Berlin (Reuters) - In Hamburg hat es den zweiten Tag in Folge schwere Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und der Polizei g…
Hamburg (Reuters) - In Hamburg haben sich am Wochenende Autonome und Polizei heftige Straßenschlachten mit zahlreichen Verletzten geliefert.
Die Polizei zählte nach zweitägigen Ausschreitungen mindestens 60 Verletze, darunter 40 Polizisten. 17 Menschen seien durch Flaschenwürfe verletzt worden. Insgesamt wurden an den beiden Tagen rund 130 Randalierer vorläufig fest- oder in Gewahrsam genommen.
Die schwerste Ausschreitungen gab es nach einem zuvor friedlich verlaufenen Stadtteilfest im Hamburger Schanzenviertel, das seit Jahren regelmäßig Schauplatz von Krawallen ist. Dort griffen am frühen Sonntagmorgen etwa 200 Randalierer eine Polizeiwache mit Steinen und Flaschen an. Sie hebelten mit einem Verkehrsschild ein Fenster auf und warfen Böller hinein. Mehrere schwarz gekleidete und vermummte Personen hätten einen Polizisten beim Regeln des Verkehrs angegriffen und ihn durch die Stadt gejagt, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer.
Mehrere Geschäfte wurden den Angaben zufolge beschädigt, darunter ein Elektronikladen, aus dem mehrere Laptops gestohlen wurden. Außerdem setzten Autonome Autoreifen und Mülleimer in Brand. Ein Pkw den Angaben zufolge brannte aus. Die Polizei setzte sechs Wasserwerfer ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben.
Innensenator Christoph Ahlhaus sagte, die Polizei sei mit einem enormen Gewaltpotenzial konfrontiert gewesen. Auch unbeteiligte Passanten seien durch Steinwürfe zu Schaden gekommen. Es gebe keine Alternative zu einem harten Vorgehen der Polizei. "Wer sich von Polizeibeamten im Einsatz provoziert fühlt, der hat ein Problem mit unserem Rechtsstaat", betonte der CDU-Politiker. Vertreter der linken Szene hatten erklärt, die Polizei provoziere die Krawalle durch ihr hartes Einschreiten. Insgesamt waren mehr als 2000 Beamte aus mehreren Bundesländern im Einsatz.
Bereits am Freitagabend hatte es bei Protesten gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD Ausschreitungen gegeben, bei denen zwölf Polizisten und mehrere linke Demonstranten verletzt wurden. Auch waren Steine und Flaschen geflogen. Die Polizei berichtete, ein Beamter habe einen Warnschuss abgegeben, als eine Gruppe von Randalierern seinen Streifenwagen angegriffen und eine schwere Gehwegplatte durch die Heckscheibe geschleudert habe. Zuvor hatten rund 3000 Nazigegner gegen eine genehmigte Kundgebung der NPD demonstriert.
Erschienen 13. September 2009 bei http://www.reuters.com.
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