Schwere Vorwürfe gegen Love-Parade-Veranstalter
Reuters | 28. Juli 2010 — Düsseldorf (Reuters) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Polizei erheben schwere Vorwürfe gegen den Veranstalt…
Düsseldorf (Reuters) - Die Zahl der Toten nach der Massenpanik bei der Love-Parade in Duisburg hat sich auf 21 erhöht.
Eine 25-jährige Frau aus dem nordrhein-westfälischen Heiligenhaus sei ihren Verletzungen erlegen, teilte Staatsanwalt Rolf Haferkamp am Mittwoch mit. Die genaue Todesursache werde untersucht. Die übrigen 20 Opfer waren nach Behördenangaben infolge massiver Brustquetschungen erstickt. Anhaltspunkte für Stürze aus großer Höhe als Todesursache hätten sich nicht finden lassen, hieß es. Der Leiter des Krisenstabes, Wolfgang Rabe, hatte am Wochenende dagegen erklärt, zahlreiche Opfer seien gestorben oder hätten sich verletzt als sie versuchten, am Ende des etwa 20 Meter breiten und gut 200 Meter langen Tunnels über Zäune und Mauern auf das Veranstaltungsgelände zu klettern, um der Enge im Zugangsbereich zu entkommen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Im Rahmen dessen wurden unter anderem Planungs- und Genehmigungsunterlagen bei der Stadt Duisburg und bei dem Veranstalter der Love-Parade sichergestellt.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung macht einem Medienbericht zufolge den Veranstalter der Love-Parade für die Katastrophe verantwortlich. Innenminister Ralf Jäger (SPD) und der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei Dieter Wehe werden am Nachmittag den bisherigen Stand der Ermittlungen des Innenministeriums zu der Katastrophe auf einer Pressekonferenz bekannt geben und die entscheidende Phase bis zur tödlichen Eskalation rekonstruieren. Der Veranstalter Rainer Schaller hatte Vorwürfe gegen sich am Dienstag zurückgewiesen und seinerseits der Polizei schwere Vorwürfe gemacht.
Erschienen 28. Juli 2010 bei http://www.reuters.com.
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