Zahl der Verkehrstoten in Deutschland erstmals unter 5000
Reuters | 17. Juli 2008 — Berlin (Reuters) - Erstmals sind in einem Jahr weniger als 5000 Tote auf deutschen Straßen gezählt worden. 2007 hätten 4949 M…
Berlin (Reuters) - Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist auf einen neuen Tiefstand gesunken.
Erstmals seien in einem Jahr weniger als 5000 Tote auf deutschen Straßen gezählt worden, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. 2007 hätten 4.949 Menschen ihr Leben bei Unfällen verloren und damit 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit habe sich die positive Entwicklung der Vorjahre fortgesetzt und es sei der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1953 erreicht worden. Der Erfolg wird auf höhere Sicherheitsstandards der Autos zurückgeführt. Allerdings wurden 2007 von der Polizei 4,5 Prozent mehr Unfälle registriert und auch die Zahl der Verletzten und Schwerverletzten stieg.
Weniger Todesopfer gab es besonders bei Kindern und Radfahrern: 111 Kinder unter 15 Jahren starben 2007 und damit 25 weniger als 2006. Die Zahl der getöteten Radfahrer sank um 61 gegenüber dem Vergleichszeitraum. Die meisten Menschen im Straßenverkehr sterben weiter auf Landstraßen, wo 61 Prozent der Todesfälle registriert wurden.
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach von einem großen Erfolg der Bemühungen um mehr Sicherheit auf der Straßen. Um die Zahlen weiter zu reduzieren, wolle er weiter auf Aufklärung setzen. Auch der neue Bußgeldkatalog solle helfen. Raser und Drängler müssen danach ab 2009 mit deutlich höheren Strafen rechnen.
Das Statistische Bundesamt geht allerdings nicht davon aus, dass das EU-Ziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2010 von Deutschland erreicht wird. Zum Vergleichsjahr 2001 gebe es bislang nur einen Rückgang bei den Toten um 29 Prozent.
Die Grünen forderten daher erneut strikte Tempolimits: Tempo 30 in Innenstädten, 80 auf Landstraßen und 120 auf Autobahnen sei nötig, verlangte der Verkehrsexperte Anton Hofreiter. Damit würde auch die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten sinken.
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