Transrapid Emsland Mitfahren: Transrapid-Strecke Emsland zwei Jahre nach Unglück wieder offen
Reuters | 3. Juli 2008 — Hannover (Reuters) - Knapp zwei Jahre nach dem Unlgück auf der Transrapid-Teststrecke im niedersächsischen Emsland kann die M…
Hannover (Reuters) - Die Teststrecke für den Transrapid im Emsland steht nach den Worten von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ohne einen baldigen neuen Exportauftrag vor dem Aus.
"Wenn sich die aktuellen Gespräche mit Interessenten zerschlagen, wird eine Weiterfinanzierung der Teststrecke kaum möglich sein", sagte Wulff am Dienstagabend vor Journalisten in Hannover.
"Es gibt Interesse aus Brasilien und den USA sowie aus dem arabischen Raum an der Magnetschwebe-Technik", sagte Wulff. In den nächsten Wochen fänden mit Delegationen aus diesen Ländern Testfahrten auf der knapp 32 Kilometer langen Strecke in Lathen statt. Wenn sich daraus kein konkretes Geschäft ergebe, würden Bund und Land kaum weiteres Geld für die Teststrecke ausgeben, auch wenn diese Technologie eigentlich zukunftsweisend sei.
Rudolf Schwarz, der Chef der Testanlage im Emsland, hatte kürzlich von zahlreichen neuen Interessenten für den Bau der Magnetschwebebahn im Ausland gesprochen. Zwei davon hatte er als "sehr realistisch" bezeichnet. Die Transrapid-Bauer ThyssenKruppund Siemens hatten aber nach dem Scheitern der deutschen Magnetschwebebahn-Pläne in München ihre Anstrengungen für die Technologie deutlich reduziert und die gemeinsame Projektgesellschaft Transrapid International (TRI) aufgelöst.
Für neue Hoffnung auf einen Export sorgte zuletzt der bayerische Baukonzern Max Bögl, der für den Bau der Fahrstrecke auf Betonsäulen ein billigeres Verfahren entwickelt hat. Dadurch soll die Magnetschwebebahn um bis zu 30 Prozent billiger werden als in Shanghai, wo die weltweit einzige kommerzielle Transrapidstrecke steht.
Aufgrund des Unfalls vom September 2006 mit 23 Toten und etlichen Verletzten hat die Betreibergesellschaft der Teststrecke zur Zeit nur eine Teilgenehmigung. Fahrten mit Besuchern sind seither nicht erlaubt.
Erschienen 10. Juni 2009 bei http://www.reuters.com.
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