Offener Streit zwischen Merkel und Steinmeier um Obama-Besuch
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Berlin (Reuters) - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit befürwortet einen Auftritt des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama vor dem Brandenburger Tor.
"Der Regierende Bürgermeister würde sich freuen, wenn Obama einen Auftritt am Brandenburger Tor nutzen würde, Botschaften auszusenden", sagte ein Sprecher des Landes Berlin am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Und er sagt auch, dass Obama in der Hauptstadt herzlich willkommen sei." Wowereit würde Obama gerne treffen. "Das ist keine Frage."
Die Landesregierung geht von einem Besuch des US-Senators am 24. Juli aus, wie der Sprecher sagte. Ob Obama tatsächlich vor dem Brandenburger Tor auftritt, sei aber noch nicht sicher. "Die Einzelheiten des Programmablaufs stehen überhaupt noch nicht fest, auch nicht die Orte im einzelnen." Probleme, einen solchen Auftritt vor dem Tor kurzfristig zu stemmen - auch was Sicherheitsfragen angehe - sehe er nicht, sagte der Sprecher. "Wir wissen, wie man damit umzugehen hat. Wichtig ist nur, dass die nächsten Einzelheiten mit der Obama-Vorausdelegation besprochen werden." Diese Gespräche sollten demnächst folgen, "hoffentlich noch in dieser Woche", fügte der Sprecher hinzu.
In Kreisen der Bundesregierung hieß es, Obama werde wohl Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier treffen. Allerdings werde sich die Bundesregierung bei Presseterminen zurückhalten. Schließlich sei Obama lediglich ein Präsidentschaftskandidat und befinde sich mitten im Wahlkampf. Auch die Überlegungen für einen Auftritt Obamas vor dem Brandenburger Tor werden im Kanzleramt deshalb zurückhaltend bewertet.
Obamas Wahlkampfteam hat bislang bestätigt, dass der Senator eine Europa- und Nahostreise vor dem Nominierungsparteitag der Demokraten Ende August plant und dabei auch in Deutschland Station machen will. Der 46-Jährige will durch die Auslandsreise sein außenpolitisches Profil schärfen. Sein Rivale, der 25 Jahre ältere Republikaner und Vietnam-Veteran John McCain beansprucht gerade auf diesem wichtigen Feld mehr Erfahrung für sich. Gewählt wird im November. Präsident George W. Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.
Erschienen 8. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.
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