BFH: Masseur kann Verluste aus Wohnwagenvermietung in Österreich von der Steuer abziehen
STEUERRECHT | 23. April 2008 — BFH-Urteil vom 29.01.2008 - I R 85/06 Pressemitteilung des Bundesfinanzhofs (BFH) Nr. 43: “Verluste, die ein inländischer…
Verluste, die ein inländischer Unternehmer durch eine Betriebsstätte im Ausland erwirtschaftet, können im Inland grundsätzlich nicht oder nur eingeschränkt steuerwirksam abgezogen werden. Allenfalls eingeschränkt abziehbar sind namentlich Betriebsstättenverluste, die aus Fremdenverkehrsleistungen herrühren. Dadurch soll unerwünschten Steuersparmodellen vorgebeugt werden. Es wird unterstellt, dass Unternehmen, die im Bereich des Fremdenverkehrs tätig sind, typischerweise verlustträchtige Tätigkeiten in das Ausland verlagern, nur um ihre in Deutschland steuerbaren Gewinne zu verringern. Der Bundesfinanzhof hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden, dass diese Einschränkung zu Lasten aller Fremdenverkehrsleistungen zu pauschal ist und gegen die gemeinschaftsrechtliche Niederlassungsfreiheit verstößt. Sie geht über das hinaus, was innerhalb der Europäischen Gemeinschaft zur Bekämpfung missbräuchlicher Konstruktionen erforderlich ist.
Konkret ging es im Urteil um einen selbständig tätigen Masseur aus Bayern, der auf einem Dauercampingplatz in Österreich Wohnwagen vermietete. Die Verluste aus der Wohnwagenvermietung wollte er mit seinen Einkünften aus der Masseurtätigkeit verrechnen, was ihm schließlich auch gelang.
Das Urteil betraf noch die frühere Rechtslage (bis zum Jahre 1998). Seitdem wurde der Abzug von Verlusten aus Auslandsbetriebsstätten in Deutschland nochmals verschärft und bei Existenz eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung gänzlich ausgeschlossen. Noch unbeantwortet ist gegenwärtig, ob sich das mit Gemeinschaftsrecht verträgt oder ob es aus gemeinschaftsrechtlichen Gründen nicht ohnehin geboten ist, Verluste aus Betriebsstätten in anderen Mitgliedstaaten innerhalb der Europäischen Gemeinschaft uneingeschränkt zum Steuerabzug zuzulassen. Über diese Rechtsfrage wird demnächst der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in der Rechtssache ‚Lidl Belgium’ (C-414/06) entscheiden. Die Schlussanträge der Generalanwältin Sharpston wurden am 14. Februar 2008 vorgelegt.
Bundesfinanzhof, Urteil vom 29. Januar 2008 - I R 85/06
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.STEUERRECHT | 23. April 2008 — BFH-Urteil vom 29.01.2008 - I R 85/06 Pressemitteilung des Bundesfinanzhofs (BFH) Nr. 43: “Verluste, die ein inländischer…
STEUERRECHT | 11. August 2010 — BFH-Urteil vom 09.06.2010 – I R 100/09 BFH-Urteil vom 09.06.2010 – I R 107/09 Pressemitteilung des Bundesfinanzhofs (BFH) N…
Rechtslupe | 12. Dezember 2008 — Das Europ??ische Mahnverfahren kann ab heute, das europ??ische Verfahren f??r geringf??gige Forderungen kann ab 1. Januar 2009 …
STEUERRECHT | 9. Mai 2007 — BFH-Urteil vom 10.01.2007 - I R 87/03 Presseerklärung des Bundesfinanzhofs (BFH) Nr. 38: “Ein im Ausland wohnender Künstl…
Blickpunkt Recht & Steuern | 19. Mai 2008 — Der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften hat jetzt in der Rechtssache „Lidl Belgium“ entschieden, dass der Ausschluss de…
Meyer-Köring v.Danwitz | 29. März 2007 — Der EuGH hat heute am 29.03.2007 in der Rechtssache C-347/04 "Rewe Zentralfinanz" entschieden, dass die deutsche Vorschrift des…
Rechtblog | 13. Dezember 2005 — Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat am Dienstag das pauschale Verbote grenzüberschreitender Verlustanrechnungen…
Blickpunkt Recht & Steuern | 9. Mai 2007 — Ein im Ausland wohnender Künstler ist bei einem Auftritt im Inland mit seinem Honorar beschränkt einkommensteuerpflichtig. Die …
STEUERRECHT | 3. März 2010 — Niedersächsiches FG Urteil vom 11.02.2010 – 6 K 406/08 Presseerklärung des Gerichts: “Das Niedersächsische Finanzgericht …
karay.de | 5. August 2004 — Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass türkische Arbeitnehmer, die ein Aufenthaltsrecht nach dem Assoziati…