Woche der Doping-Beichten

Nach Bert Diez, Christian Henn, Rolf Aldag und Erik Zabel (und wahrscheinlich noch ein paar anderen ehemaligen Telekom-Fahrern) hat mittlerweile auch Bjarne Riis, der 1996 für das Team Telekom die Tour de France gewonnen hatte, erklärt, von 1993 bis 1998 EPO, Wachstumshormone und Cortison genommen zu haben. "Ich habe Epo genommen. Das war Teil meines Alltags. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung". (...) "Mein Gelbes Trikot liegt in einem Pappkarton in meiner Garage. Wenn ihr es mir abnehmen wollt, dann holt es euch. Es bedeutet mir nichts." (Süddeutsche) Tour-Zweiter war 1996 Jan Ullrich, der sich trotz der aktuellen Geständnis-Welle ehemaliger Telekom-Fahrer im laufenden Verfahren nicht äußern möchte. Ullrich hatte Doping bisher weder eingeräumt noch explizit bestritten. Er hatte lediglich darauf verwiesen, niemanden betrogen oder geschädigt zu haben. Sofern Bert Dietz' Äußerungen über die Beteiligung des damaligen Team-Managers Walter Godefroot an der Doping-Praxis zutreffen (FAZ: Wieso hat es bei Beckmann gepiept?), wäre ein Betrugsvorwurf gegen Ullrich tatsächlich kaum zu halten. Indessen gab es einige Verwirrung um Ullrichs offenbar zu auskunftsfreudigen Anwalt Peter-Michael Diestel, dem Ullrichs Manager Wolfgang Strohband zufolge nun das Mandat entzogen wurde, der nach eigenen Angaben aber selbst das Mandat niedergelegt haben will. Diestel hatte, wie die FTD berichtet, am Donnerstag in einem Interview erklärt: "Wenn es so ist, dass es bei Telekom üblich war, dann ist richtigerweise für Betrug keine Substanz gegeben, dann müssen die Akten zugeschlagen werden." (...) "Sie müssen begreifen, dass man über die Pyrenäen nicht mit 40 km/h fahren kann als Radfahrer, sie müssen begreifen, dass man 250 Kilo ohne Stimulanzen nicht hochheben kann." Im gleichen Interview behauptete Diestel, dass Ullrich "bei seinem großen Talent nicht zu dopen" brauchte. Die Bonner Staatsanwaltschaft sieht Ullrich nach Angaben der Staatsanwältin Monika Ziegenberg nicht von dem Vorwurf entlastet, seinen Arbeitgeber, das ehemalige Team Telekom, betrogen zu haben: "Nur der Umstand, dass es alle gemacht haben, schließt eine Täuschung nicht aus." Anzeigenerstatterin Britta Bannenberg sieht die Sache, wie N-TV berichtet, mittlerweile allerdings etwas anders: "Es ist schwierig, weiter vom Betrug eines Angestellten zu sprechen, wenn sein Arbeitgeber über die Dopingpraxis Bescheid wusste." Vorher in diesem Blog: Doping auch bei Aldag und Zabel Beckmanns tongestörtes Doping-Interview

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Themen: Tour DE France , Epo

Erschienen 26. Mai 2007 auf http://www.ra-blog.de.

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Bert Dietz - Wikipedia
Christian Henn - Wikipedia
Erik Zabel - Wikipedia
Doping - Sport - FAZ.NET - Doping-Geständnis: Wieso hat es bei Beckmann gepiept?
Bjarne Riis - Wikipedia
Rolf Aldag - Wikipedia
FTD.de - Sport - Nachrichten - Ullrich und Anwalt Diestel trennen sich
Doch keine Beichte - Ullrich schweigt weiter - Sport - n-tv.de
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