Wissenschaftsrat bemängelt Lehre an Hochschulen

Berlin (Reuters) - Der Wissenschaftsrat hat der Lehre an deutschen Hochschulen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Für dringende Verbesserungen seien 1,104 Milliarden Euro pro Jahr nötig, berichtete das Magazin "Der Spiegel" am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf eine Stellungnahme der Experten von Bund, Ländern und Wissenschaftsorganisationen. Das Gremium kritisiere unter anderem die Qualifikation der Hochschullehrer. Sie seien "weitgehend Autodidakten" und bedürften einer "professionell durchgeführten Aus- und Weiterbildung".

Mit dem zusätzlichen Geld sollten nach Vorstellung des Wissenschaftsrates mehr Professorenstellen geschaffen werden, und zwar vor allem in den Sprach- und Kulturwissenschaften sowie in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Für diese Fächer fordere der Expertenrat einen Zuwachs um ein Drittel, in den anderen Fächern um zehn Prozent.

Der Lehre an den Universitäten werde zu wenig Beachtung geschenkt, kritisierte der Wissenschaftsrat. "Selbst eine offensichtliche Vernachlässigung der Lehre und der Studentenbetreuung wird allenfalls in Ausnahmefällen sanktioniert", zitierte der "Spiegel" aus dem Papier. Noch immer hänge die Karriere eines Wissenschaftlers fast ausschließlich von seiner Forschung ab: "Erfolgreiche Forschung verhilft zu neuen Geldern, Mitarbeitern und besserer Ausstattung, größeres Engagement in der Lehre hingegen führt häufig zu höherer Arbeitslast durch mehr Studierende und mehr Prüfungen."



Quelle: Reuters (5. Juli 2008)

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Themen: Bund

Erschienen 5. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.

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