Wirtschaftskriminalität international: 100 Millionen US-Doller bei Hyundai veruntreut?
am 27.04.2006 von http://www.strafblog.de
DIE TAGESSCHAU vermeldet online, dass heute gegen den Chef des zweitgrößten südkoreanischen Konzerns und siebtgrößten Autobauers der Welt, Hyundai, Haftbefehl beantragt wurde. Dem Mann mit dem klangvollen Namen Chung Mong-koo wird von der südkoreanischen Staatsanwaltschaft vorgeworfen, mehr als 100 Millionen US-Dollar in schwarze Kassen umgelenkt und veruntreut zu haben. Ermittelt wird auch gegen seinen Sohn Eui-sun, den Präsidenten von Kia Motors. Drei Viertel aller in Südkorea fahrenden Pkw werden von Hyundai und Kia Motors produziert.
Mit dem Geld aus den schwarzen Kassen sollen die beiden Konzernführer der TAGESSCHAU zufolge unter anderem Beamte und Politiker bestochen haben, um an gute Baugrundstücke zu kommen. Zudem hätten sie Banken dazu gebracht, Kredite schneller abzuschreiben. Bis zuletzt hatten die zwei Top-Manager gehofft, Anklagen oder Haftbefehle abwenden zu können. So hätten sich die Chungs öffentlich entschuldigt und eine Großspende von umgerechnet knapp 900 Millionen Euro für karitative Zwecke angekündigt, um ihr Ansehen aufzupolieren. Anders als früher hätten sie sich damit aber nicht aus der Affaire ziehen können. Die Strafverfolgungsorgane in Südkorea hätten inzwischen genügend Selbstbewusstsein, auch gegen die mächtigen Clans in Politik und Wirtschaft vorzugehen. Zuletzt sei es im letzten Jahr noch dem Führer des größten Konzerns des Landes, Samsung- Patriarch Lee Kun-hee, gelungen, sich mit einer Auslandsreise in die Verjährung zu retten, nachdem ihm hohe illegale Zahlungen an politische Parteien vorgeworfen worden waren. Nach seiner Rückkehr im Februar diesen Jahres hätte er öffentlich um Vergebung gebeten und 800 Millionen Dollar aus seinem Vermögen für die Gesellschaft gespendet.
Wohl dem, der sich´s leisten kann, sage ich.
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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» Südkorea: Haftbefehl für Hyundai-Chef Chung | tagesschau.de
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