Wirtschaft dringt auf weitere Annäherung mit Türkei

Berlin (Reuters) - Vor dem Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt die deutsche Wirtschaft auf eine weitere Annäherung von Türkei und Europäischer Union (EU).

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) plädierte für eine "emotionsfreie Diskussion" über die Beitrittsverhandlungen der Türkei. "Als Zielmarkt deutscher Exporte ist die Türkei mit 15 Milliarden Euro im Jahr 2008 wichtiger als Japan", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf dem "Handelsblatt" laut Vorabbericht vom Sonntag.

Merkel wird am Montag in Ankara zu einem zweitägigen Besuch der Türkei erwartet. Dort stehen Gespräche mit Ministerpräsident Tayyip Erdogan auf dem Programm. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, die EU-Beitrittsverhandlungen würden unverändert ergebnisoffen geführt. Mit einer entsprechenden Zusicherung hatte Außenminister Guido Westerwelle bei seinem Türkei-Besuch im Januar Kritik des Koalitionspartners CSU ausgelöst. Eine Vollmitgliedschaft der Türkei sei nicht möglich, erklärte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt damals. Kanzlerin Merkel favorisiert eine "privilegierte Partnerschaft".

ERDOGAN WENDET SICH GEGEN IRAN-SANKTIONEN

Unmittelbar vor dem Besuch sprach sich Erdogan gegen Sanktionen im Atomstreit mit dem Iran aus. Es seien schon mehrfach Sanktionen gegen das Land beschlossen worden, sagte Erdogan dem Magazin "Der Spiegel". Das Ergebnis sei aber nicht, dass keine amerikanischen oder deutschen Waren mehr nach Iran gelangten. Für den Streit müsse eine diplomatische Lösung gefunden werden. Alles andere bedrohe den globalen Frieden. Der Iran habe zurzeit keine Atomwaffen. Dagegen hätten die Länder, die Druck ausübten, selbst Atombomben. Die Türkei wolle überhaupt keine Atomwaffen in der gesamten Region.

Merkel dagegen sagte in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft im Internet, wenn der Iran nicht endlich bei seinem Atomprogramm Transparenz zeige, werde man "auch über Sanktionen nachdenken". Der Iran steht im Verdacht, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Islamische Republik weist dies jedoch zurück.



Quelle: Reuters (28. März 2010)

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Themen: Frieden , Germany , Western Europe , Europe , National And International Security , Diplomacy; International Relations , German General News , Domestic Politics , Handelsblatt , Botschaft , Asia , Angela Merkel , Guido Westerwelle , Bdi , Turkey , Middle East , Emerging Countries , Iran (islamic Republic Of)

Erschienen 28. März 2010 bei http://www.reuters.com.

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