Wieviele Chancen braucht ein Mensch?

Es gibt Schuldner, mit denen hat man einfach Mitleid, weil sie es im Leben, nicht nur wegen eigener Fehler, einfach schwer haben. Es gibt aber auch Schuldner, mit denen es das Leben gut meint und die eigentlich nur an sich selbst scheitern.

So einen Schuldner habe ich momentan. Mitte 30, Handwerksmeister, seit einiger Zeit selbstständig mit festem Kundenstamm die ihm ein regelmäßiges Einkommen verschaffen, weder verheiratet noch Kinder denen er Unterhalt bezahlen müsste. Eigentlich ein Schuldner der sein Leben mehr oder weniger im Griff hat. Eigentlich. Dieser Schuldner jedoch scheint absolut kein Verhältnis zum Geld zu haben und scheint in Geldfragen auch sehr schwerfällig zu sein, was die Entscheidungen angeht.

Die Forderung ist nicht besonders hoch, knapp 1.300 Euro. Die Forderung wird weder bestritten noch gäbe es hierzu auch nur die geringste Möglichkeit. Alles lief, nach Ansicht beider Parteien, sauber und ordentlich ab.

Wie üblich meldete sich der Schuldner auf meine Schreiben nicht. Weder auf das erste, noch auf das zweite. Telefonisch teilte er mir dann mit, er wolle die Angelegenheit in Raten abzahlen und wir vereinbarten eine monatliche Rate von 250 Euro. Die Sache wäre damit schnell erledigt gewesen, zumindest wenn der Schuldner die Vereinbarung zurückgeschickt hätte und die Ratenzahlung aufgenommen hätte.

Da dies nicht der Fall war wurde umgehend ein Mahnbescheid beantragt. Nach ca. 6 Wochen hatte ich dann den Vollstreckungsbescheid in Händen und gab ihm eine allerletzte Chance, indem ich Ihm die Zwangsvollstreckung androhte.

Zwischenzeitlich wurde dann aus den leider etwas spärlichen Informationen über den Schuldner einer seiner größten Kunden ermittelt, der ihm regelmäßig Aufträge erteilt. Um unnötige Kosten zu vermeiden rief ich ausnahmsweise dem Geschäftsführer des Unternehmens an, um herauszubekommen, ob der Schuldner für ihn arbeiten würde.

Der Geschäftsführer zeigte sich verständnisvoll und bot an, dass er dem Schuldner einen Vorschuss in Höhe unserer Forderung zinslos anbieten würde. Er würde dies mit ihm besprechen und sich dann in einigen Tagen wieder melden.

So war es dann auch. Der Geschäftsführer meldete sich bei mir und teilte mit, dass er dem Schuldner ebenfalls ins Gewissen geredet hätte. Dieser hätte zugegeben, dass er die Sache einfach verbockt habe und immer wieder vor sich her geschoben hätte. Er wolle nun endlich Raten zahlen und sich am glei…

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Erschienen 25. März 2011 auf http://www.stuttgart-inkasso.de.

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