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Wie grau ist die Grauzone?

am 01.11.2005 von http://www.kielanwalt.de

Interview mit Rechtsanwalt Strunk zum Thema “Internet am Arbeitsplatz” bei “IGM-direkt“, dem Infodienst der IG Metall.

Im Gespräch
Jan A. Strunk
Rechtsanwalt in Kiel, Betriebsratsberater
?direkt: Was ist besser bei Internet­-Nutzung: Verbot oder Grauzone?
Strunk: Grundsätzlich ist es bes­ser für die Arbeitnehmer, wenn sie sich an klare Regeln halten kön­nen. Dann weiß man, welche Rechte man hat. Betriebsvereinbarun­gen mit möglichst handfesten Vor­gaben sind verlässlich.
?direkt: Wo ist die Grenze zwi­schen „dienstlich” und „privat“?
Strunk: Das ist nicht so leicht pauschal fest­zulegen. Man kann sich an die For­mel „vorrangig dienstlich“ halten. Nicht jede private e-Mail ist rein privat. Bei Dienst-Mails gilt das jedoch auch: Wer im Internet einen Wei­terbildungskurs sucht, surft privat und dienstlich. Wer allerdings gleich “das gesamte Netz durchforstet”, bekommt ein Problem. Das In­ternet ist nur Mittel zum Zweck.
?direkt: Wann ist die private Nut­zung „übermäßig“?
Strunk: Auch das ist schwer grundsätzlich zu sagen. Eine allgemeingültige Zeitgrenze ist kaum zu definieren. Eine halbe oder drei viertel Stunde ist schon recht viel. Es hängt auch davon ab, ob jemand das Internet ohnehin ständig am Arbeitsplatz nutzt und wie die tech­nischen Voraussetzungen im Betrieb sind. Die meisten Beschäftigten wissen aber ganz gut, wann sie übertreiben.
?direkt: In welchen Fällen darf der Arbeitgeber überwachen?:
Strunk: Bei Internet-Verbot ist ei­ne systematische Überwachung grundsätzlich zulässig. Auch wenn lnternetnutzung zugelassen ist, sind gezielte personalisierte Kontrollen nach Ankündigung erlaubt - aber nur, wenn sich ein konkreter Missbrauchsverdacht bereits bestätigt hat.
?direkt: Wie können Betriebsräte Beschäftigten helfen?
Strunk: Bei Kündigungen - wie in anderen Fällen - Formalien ge­nau beachten. Ist der Datenschutz eingehalten worden? Häufig stim­men Betriebsräte einem Kündi­gungswunsch …

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