Wie aus dem BGB im „Schönfelder“ die Nummer 20 wurde
am 18.03.2006 von http://www.elbelaw.de/blawg
Der „Schönfelder“ gehört zum Juristen wie die Sonnenbrille zum Piloten. Begründet von Heinrich Schönfelder im April 1931, beinhaltet er unter dem Titel „Deutsche Gesetze“ eine fast komplette Sammlung aller Zivil-, Straf- und Verfahrensvorschriften und ist nunmehr schon in der 127. Auflage erschienen.
Vielleicht haben sich auch schon einige von Euch gewundert, warum das Grundgesetz die Nr. 1 und das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) die Nr. 20 in dem nummerierten Werk ist. Wieso klafft zwischen der Nr. 1 und der Nr. 20 eine so große Lücke, die nur durch zwei Gesetze (Nr. 2 und Nr. 5) ausgefüllt wird?
Nicht immer hatte das BGB die Nummer 20. Noch bis 1932, als der „Schönfelder“ noch keine Loseblattsammlung war, trug das BGB die Nr. 1, gefolgt vom Einführungsgesetz zum BGB mit der Nr. 2. Erst nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird der „Schönfelder“ noch vom Autor selbst neu nummeriert. In der 7. Auflage (1936), die schon eine Loseblattsammlung war, werden die ersten 20 Ziffern von den Sondergesetzen der Nazis ausgefüllt: 1. Programm der NSDAP, 2. Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat, 3. Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, 4. Deutsches Beamtengesetz, 5. Ermächtigungsgesetz, 6. Gesetz über den Neuaufbau des Reichs, 7. Gesetz über die Aufhebung des Reichsrats, 8. Vorläufiges Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich, 9. Reichsstatthaltergesetz, 10. Gesetz über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten der Wehrmacht, 11. Reichs- und Staatsangehörig- keitsgesetz, …
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