Westerwelle besucht überraschend Jemen
Reuters | 10. Januar 2010 — Sanaa (Reuters) - Bundesaußenminister Guido Westerwelle reist überraschend in den Jemen, der nach dem vereitelten Anschlag auf …
Sanaa (Reuters) - Für eine im Jemen entführte deutsche Familie gibt es neue Hoffnung.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte am Montag bei einem Kurzbesuch in der Hauptstadt Sanaa, die jemenitischen Behörden hätten frische Informationen über den Verbleib der beiden Erwachsenen und drei Kinder. Präsident Ali Abdullah Saleh habe ihm gesagt, der Aufenthaltsort der Deutschen sei seit kurzem bekannt. Die jemenitischen Behörden bemühten sich um ihre Freilassung. Er hoffe, dass die deutschen Geiseln unversehrt zu ihren Angehörigen zurückkehren könnten, betonte Westerwelle.
Die Familie war im Juni zusammen mit einem Briten in der Region Saada im Norden des Landes verschwunden. Zwei deutsche Frauen und eine Koreanerin, die mit ihnen unterwegs waren, wurden später tot entdeckt. Jemen macht militante Extremisten der Al-Kaida für die Entführung verantwortlich. Das ärmste arabische Land kämpft mit einer Revolte im Norden, die hin und wieder aufflammt, einer Separatistenbewegung im Süden und zunehmender Gewalt durch die Al-Kaida.
Westerwelle sagte dem Jemen Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. Es gelte, auf wirtschaftliche Entwicklung zu setzen und die sozialen Chancen der Bevölkerung zu vergrößern, sagte der FDP-Politiker in Sanaa. "Wir sind deshalb auch der Überzeugung, dass es, damit für den Terrorismus kein Nährboden entstehen kann, Dialog braucht", fügte Westerwelle hinzu. Deutschland setze auf eine politische Lösung und gehe davon aus, dass eine militärische Lösung nicht erfolgreich sein werde.
Der Jemen gilt seit langem als Rückzugsgebiet der Al-Kaida. US-Präsident Barack Obama hatte nach dem gescheiterten Anschlag auf einen Transatlantikflug erklärt, dass der mutmaßliche Täter wohl von Al-Kaida im Jemen ausgebildet, ausgerüstet und bei seinem Attentatsversuch angeleitet wurde. Die US-Behörden beschuldigen den Nigerianer, einen Anschlag mit in der Unterhose eingenähtem Sprengstoff versucht zu haben.
Erschienen 11. Januar 2010 bei http://www.reuters.com.
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