Westerwelle besorgt über Entwicklung im Jemen
Reuters | 9. Januar 2010 — Riad (Reuters) - Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich besorgt über die Entwicklung im Jemen geäußert. Nach ei…
Sanaa (Reuters) - Bundesaußenminister Guido Westerwelle reist überraschend in den Jemen, der nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug zunehmend in den Fokus der Terrorbekämpfung gerät.
In jemenitischen Regierungskreisen hieß es am Sonntag, der Minister werde am Montag zu Gesprächen mit der Regierung in Sanaa erwartet. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Das Auswärtige Amt wollte die Änderung der Reisepläne des Ministers, der am Montag eine Reise durch mehrere Länder in der Golfregion abschließt, nicht bestätigen.
Nach Gesprächen mit der saudi-arabischen Regierung zeigte sich Westerwelle besorgt über die Entwicklung im Jemen. Deutschland und Saudi-Arabien hätten ein großes Interesse daran, dass der Jemen stabil bleibe und kein Rückzugsgebiet für Terroristen werde, sagte Westerwelle am Samstag nach einem Gespräch mit seinem saudiarabischen Kollegen Saud al-Faisal in Riad. "Wir unterstützen alle internationalen Bemühungen für eine Stabilisierung des Landes." Entscheidend sei, die staatlichen Institutionen so zu stärken, dass sie für Sicherheit sorgen und wirksam gegen Extremisten vorgehen könnten.
Der überwältigte nigerianische Flugzeug-Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab hatte in Verhören nach US-Angaben erklärt, seine Ausbildung und den Sprengstoff vom jemenitischen Zweig der Al-Kaida erhalten zu haben. Nach einem Bericht des US-Senders CBS gab er zudem an, dass im Jemen bis zu 20 weitere Muslime für solche Anschläge ausgebildet würden.
Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge halten sich zehn Islamisten aus Deutschland in einer radikalen Koranschule im Nordwesten des Jemen auf. Darunter seien sechs sogenannte Konvertiten, die vom christlichen Glauben zum Islam gewechselt seien. "Wir sehen den Aufenthalt von Islamisten aus Deutschland im Jemen mit Sorge", zitierte die Zeitung einen Kanzleramtsmitarbeiter.
Erschienen 10. Januar 2010 bei http://www.reuters.com.
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