Westerwelle besucht überraschend Jemen
Reuters | 10. Januar 2010 — Sanaa (Reuters) - Bundesaußenminister Guido Westerwelle reist überraschend in den Jemen, der nach dem vereitelten Anschlag auf …
Riad (Reuters) - Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich besorgt über die Entwicklung im Jemen geäußert.
Nach einem Gespräch mit seinem saudischen Kollegen Saud al-Faisal in Riad sagte Westerwelle, beide Länder hätten ein großes Interesse daran, dass der Jemen stabil bleibe und kein Rückzugsgebiet für Terroristen werde. "Wir unterstützen alle internationalen Bemühungen für eine Stabilisierung des Landes", sagte Westerwelle. Entscheidend sei, die staatlichen Institutionen so zu stärken, dass sie für Sicherheit sorgen und wirksam gegen Extremisten vorgehen könnten.
Der Jemen rückt seit dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug am ersten Weihnachtstag zunehmend in den Fokus der Terrorbekämpfung. Der überwältigte nigerianische Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab hatte in Verhören nach US-Angaben erklärt, seine Ausbildung und den Sprengstoff vom jemenitischen Zweig der Al-Kaida erhalten zu haben. Nach einem Bericht des US-Senders CBS gab er zudem an, dass im Jemen bis zu 20 weitere Muslime für solche Anschläge ausgebildet würden.
Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge halten sich zehn Islamisten aus Deutschland in einer radikalen Koranschule im Nordwesten des Jemen auf. Darunter seien sechs sogenannte Konvertiten, die vom christlichen Glauben zum Islam gewechselt seien. "Wir sehen den Aufenthalt von Islamisten aus Deutschland im Jemen mit Sorge", zitierte die Zeitung einen Kanzleramtsmitarbeiter.
Erschienen 9. Januar 2010 bei http://www.reuters.com.
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