Neu und brandaktuell für Betriebsräte: ifb-Seminar zum Thema Burn-out
Betriebsrat Blog | 5. Oktober 2011 — Die Nachrichten zum Thema Burn-out überschlagen sich! Weil er völlig ausgebrannt war, musste nun sogar ein bekannter Fußballt…
Ralf Rangnick gehört dazu, Miriam Meckel, Peter Plate von Rosenstolz, Sven Hannawald und Tim Mälzer. Alles prominente Persönlichkeiten, über die bekannt wurde, dass sie an Burn-out erkrankten. Und natürlich war da noch Robert Enke, der ehemalige Fußball-Nationaltorwart, der sich im November 2009 als Folge einer Depression umgebracht hat. Burn-out-Fälle und Depressionen haben unsere Gesellschaft, so scheint es, mittlerweile fest im Griff!
“Wer heutzutage keinen Stress hat, gilt ja fast schon als Looser, oder?” Dr. Tatjana Reichhart (links) stellt die Frage provozierend in den Raum. Die psychiatrische Ärztin hält als Gastrednerin den Eröffnungsvortrag auf der Fachtagung “Wenn Arbeit krank macht: Burn-out, Stress und innere Kündigung”, die vom ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten Ende November 2011 in Leipzig veranstaltet wurde. Über 100 Betriebsräte und Personalräte nahmen daran teil. Keiner von ihnen widersprach auf die Frage wegen dem Looser! Mit ihrem Interesse für Burn-out seien alle hier sehr eng am Puls der Zeit, so die Ärztin. Das Thema ihres Vortrags: “Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – Was können Unternehmen dafür tun?”
Arbeitgeber von Tatjana Reichhart ist das Centrum für Disease Management (CFDM), eine klinische Einrichtung der Technischen Universität München. Das CFDM beschäftigt sich intensiv mit dem Thema “Psychische Erkrankungen”: In der Klinik werden akute Patientenfälle versorgt, für Betriebe, Schulen und Krankenkassen gibt es Informationsveranstaltungen und wissenschaftliche Forschung wird auch noch betrieben.
Früher habe man psychische Erkrankungen im Betrieb schlicht ignoriert, so die Ärztin: “Wir haben hier nur stramme Jungs, so “Psychofälle” gibt’s bei uns nicht. Diese Haltung sei in vielen Firmen verbreitet gewesen.” Wahrscheinlich waren es auch die zahlreichen Fälle prominenter Opfer, die den Burn-out im Lauf der Zeit “salonfähig” gemacht haben. Jetzt spreche man zumindest schon halbwegs offen darüber.
Immerhin fast 30 Prozent aller Beschäftigten erleiden nach aktuellen Zahlen während ihres Berufslebens mindestens ein Burn-out-Syndrom. Die Folgen sind nicht nur für die Betroffenen schlimm, auch die Unternehmen trifft es wirtschaftlich hart: Eine durchschnittliche psychische Erkrankung dauert im Schnitt um die 30 Tage. Bei einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern würden derzeit aufgrund von Burn-out-Fällen statistisch zusätzliche Kosten in Höhe von 5 Millionen Euro pro Jahr verursacht. Das sind einmal die Fehltage selbst, zum anderen aber der weitaus höhere Schaden aufgrund verminderter Produktionsleistung. Die Ärztin weiß: Fälle von Burn-out existieren in jedem Unternehmen. Nur seien die wenigsten davon auf solche Situationen vorbereitet, wodurch sich Lösungen zum Teil …
» Vollständiger ArtikelErschienen 15. Dezember 2011 auf http://blog.betriebsrat.de.
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