Geh wieder arbeiten!
Kanzleien im Internet | 12. August 2011 — Mit der Gesellschaft wandelt sich auch das Familienrecht. Zum Unterhalt wegen Kinderbetreuung nach Scheidung hat der Bundesgeric…
Wer bekommt noch Unterhalt nach der Scheidung? Während früher die lebenslange Lebensstandardgarantie galt, ist der nacheheliche Unterhalt nun stark eingeschränkt, wobei die Einzelheiten noch unklar sind und die Gerichte auch noch unterschiedlich entscheiden. Seit 1. 1. 2008 gilt ein neues Unterhaltsrecht. Inzwischen wurden die neuen Regeln durch zahlreiche Rechtsprechung der Oberlandesgerichte und vor allem durch Urteile des Bundesgerichtshofs vom 16. Juli 2008 (XII ZR 109/05) und vom 18. März 2009 (XII ZR 74/08) konkretisiert.
Grundsätzlich gilt für Unterhalt wegen Kinderbetreuung jetzt Folgendes:
Wer ein Kind betreut, erhält Unterhalt bis zur Vollendung des dritten Lebensjahrs. Es ist damit bis zum 3. Geburtstag des Kindes nicht erforderlich, zu begründen, weshalb man das Kind zuhause betreut. Nach dem 3. Geburtstag des Kindes muss man genau begründen, warum und wie lange das Kind zuhause betreut werden muss. Es kommt auf die Umstände des Einzelfalls an. Wer Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes will, muss dem Gericht Gründe dafür nennen. Es ist vor allem vorzubringen, dass das Kind nicht in einem Kindergarten betreut werden kann das Kind nicht von Großeltern betreut werden kann (wobei nach derzeitigem Stand der Rechtsprechung eine Betreuung der Eltern des Prozessgegners nicht in Anspruch genommen werden muss) das Kind aufgrund besonderer Umstände wie chronischer Krankheit zuhause betreut werden mussDarüber hinaus können folgende Umstände eine Rolle spielen:
Absprachen vor oder während der Ehe bezüglicher der Rollenverteilung und der Betreuung des Kindes zuhause Chancen des Betreuenden auf dem Arbeitsmarkt Individuelle Belastbarkeit des Betreuenden, der Job, Haushalt und Kindererziehung unter einen Hut bringen muss Individuelle Schwierigkeit des KindesNach der Rechtsprechung zum früheren Recht galt eine großzügige Altersstufenregelung. Bis zum 8. Lebensjahr des Kindes musste der betreuende Elternteil gar nicht arbeiten, danach bis zum 15. Lebensjahr nur halbtags. Der Wegfall dieser Altersstufenregelung ist die bedeutendste Konsequenz, den die Rechtsprechung aus der Neuregelung des Unterhaltsrechts zieht. Nicht das Alter des Kindes ist für die Frage entscheidend, ab wann und wie lange der betreuende Elternteil arbeiten muss, sondern die genannten Umstände.
Andererseits haben sich die Befürchtungen der betreuenden Elternteile an das neue Unterhaltsrecht, sie erhielten jetzt grundsätzlich nach dem 3. Lebensjahr des Kindes gar keinen Unterhalt mehr, nicht bewahrheitet.
Es spielt keine Rolle mehr, ob das zu betreuende Kind aus einer Ehe stammt oder nicht. Kindesunterhalt hat Vorrang vor dem Unterhaltsanspruch des Ex-Gatten. Wenn das Einkommen nicht ausreicht, um sämtliche Unterhaltsansprüche der Kinder zu erfüllen, erhält der getrennt le… » Vollständiger ArtikelErschienen 21. Juli 2010 auf http://www.scheidungsfix.de/.
Kanzleien im Internet | 12. August 2011 — Mit der Gesellschaft wandelt sich auch das Familienrecht. Zum Unterhalt wegen Kinderbetreuung nach Scheidung hat der Bundesgeric…
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Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 30. Mai 2008 — Das seit dem 01.01.2008 geltende neue Unterhaltsrecht sieht beim nachehelichen Ehegattenunterhalt - also dem Unterhalt, den ein…
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