Wenn die Polizei mailt
Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 18. Februar 2011 — Die Betreiberin von GossipGirlz hat Post von der Polizei: Im Zuge der Ermittlungen wegen Beleidigung soll sie die Daten eine…
Die Betreiberin von GossipGirlz hat Post von der Polizei: Im Zuge der Ermittlungen wegen Beleidigung soll sie die Daten eines Kommentators zur Verfügung stellen. Und fragt sie allen ernstes, was sie tun soll.
Diese Problematik ist nicht neu, ein Webmaster einer Community kann sich relativ schnell einem Auskunftsbegehren, nicht nur von der Polizei, sondern auch von einem Rechtsanwalt ausgesetzt sehen. Grundsätzlich kann es auch Auskunftsansprüche geben, selbst für den Rechtsanwalt – was bis heute unbekannt aber auch nicht unumstritten ist.
An dieser Stelle kann es nur einen professionellen Rat geben: Ab zum erfahrenen Rechtsanwalt. Auf keinen Fall so dumm sein und blind das Begehr zurückweisen, weil es ja um “personenbezogene Daten” geht und “der Datenschutz betroffen” ist. Fakt ist, dass das BDSG im Fall von Straftaten eine Klausel zur Weitergabe von solchen Daten bietet. Dazu kommt aber das Risiko, dass man vielleicht einem Täuschungsversuch erliegt – ob das wirklich die Polizei ist, die da mailt, ist schon die eine Frage. Ob auch wirklich in diesem konkreten Fall ein Auskunftsanspruch besteht, ist schon wieder die nächste Frage. Wer falsch handelt, hat ein Problem und der Gag ist dabei, dass man gleich zwei Mal falsch handeln kann: Wer keine Auskunft erteilt, obwohl er muss, wird sich hinterher steiten dürfen. Wer aber Auskunft erteilt, obwohl er nicht musste, wird gleichsam Ärger bekommen. Ein Dilemma, das man vielleicht am besten löst, indem man gar nicht erst personenbezogene Daten speichert.
Denn, und auch darauf weise ich seit Jahren hin: Es gibt keine Pflicht, perso…
» Vollständiger ArtikelErschienen 18. Februar 2011 auf http://www.ferner-alsdorf.de.
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