Wenn ein Eichenblatt den Mörder überführt

Ein Eichenblatt hat vor nicht allzu langer Zeit Kriminalgeschichte geschrieben.

Es ist 1998 im Auto eines Mannes gefunden worden, von dem die Polizei vermutete, er habe seine Frau umgebracht und in einem Waldstück bei Venlo verscharrt. Nachweisen konnte man dem Wuppertaler, der behauptete, nie in dem Wald gewesen zu sein, jedoch nichts – bis sich sechs Jahre später das Kriminaltechnische Institut des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden dem Eichenblatt widmete. Die Forscher extrahierten die DNS des Blattes, dann verglichen sie diese mit den Bäumen im Wald. Schließlich ordneten sie das Blatt aus dem Auto des Verdächtigen einer Stieleiche zu. Und zwar jener Eiche, an der die Leiche vergraben war.

Erfolgsgeschichten wie diese gibt es noch nicht viele, denn zu neu ist die Nutzung pflanzlicher Gencodes in der Kriminalwissenschaft. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Möglichkeiten in Zukunft immer vielfältiger werden, einen Täter anhand von Blättern, Gräsern oder Moosen zu überführen; nicht zuletzt deshalb, weil die meisten Spuren, die im Zusammenhang mit einem Verbrechen hinterlassen werden, biologischen Ursprungs sind. (…)

Quelle: FAZ vom 23.06.2008

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Themen: Rechtsprechung


Erschienen 23. Juni 2008 auf http://log.handakte.de/.

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