DIW: Armutsrisiko sinkt erstmals seit zehn Jahren
Reuters | 16. September 2008 — Berlin (Reuters) - In Deutschland sind dank der sinkenden Arbeitslosigkeit erstmals seit zehn Jahren wieder weniger Haushalte v…
Berlin (Reuters) - In Deutschland sind dank der sinkenden Arbeitslosigkeit erstmals seit zehn Jahren wieder weniger Haushalte von Armut bedroht.
Allerdings bleibe das Risiko von Dauerarmut weiterhin hoch, heißt es in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. So stieg der Anteil derjenigen, die mindestens zwei Jahre unterhalb der Armutsgrenze lebten, von den 90er Jahren bis 2006 und 2007 um die Hälfte auf nun 12 Prozent. Als arm gilt, wer als Single weniger als 891 Euro im Monat oder als Paar mit zwei Kindern 1871 Euro einnimmt. Das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Erwerbstätigen.
Die Grünen erklärten, der Bericht bedeute keine Entwarnung. Noch immer lebten 14 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze, sagte ihr Bundestagsabgeordneter und Armutsforscher Wolfgang Strengmann-Kuhn. Dies seien vier Millionen mehr als 2000.
Der Anteil der als armutsgefährdet geltenden Menschen sei 2006 auf 16,5 Prozent nach 18 Prozent im Vorjahr gesunken, heißt es in der Studie. Dies sei über eine Million Menschen weniger. Das DIW schreibt dies auch den Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre zu. Arbeitslosigkeit sei weiterhin der Hauptgrund für die Bedrohung durch Armut.
Die Zahlen für 2006 sind die jüngsten verfügbaren. Mittlerweile hat sich die Lage am Arbeitsmarkt noch weiter verbessert. Deshalb ging DIW-Chef Klaus Zimmermann von einem weiter gesunkenen Armutsrisiko aus. Ob es sich dabei um eine Trendwende handelt, lasse sich noch nicht sagen.
Auch der Trend der immer weiter wachsenden Spanne zwischen hohen und niedrigen Einkommen sei gestoppt, berichtete das DIW. Seit Mitte der 90er Jahre habe diese zuvor zugenommen. Auch sei die Zahl der Beschäftigten, die Niedriglöhne erhalten, zwischen 2006 und 2007 nicht mehr angestiegen.
"Weniger Armut und weniger Ungleichheit ist mit Reformen vereinbar", erklärte das DIW. "Der ständige Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit ist gebrochen." Zimmermann forderte daher, an den Arbeitsmarktreformen festzuhalten. Von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen und deshalb besonders von Armut bedroht seien vor allem Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss. Deshalb müsse die Politik bei der Bildung ansetzen, um das Armutsrisiko weiter abzusenken.
Für die Untersuchung befragte das Institut rund 10.000 Haushalt. Die Ergebnisse widersprechen dem jüngsten Armutsbericht der Bundesregierung, der ein deutlich düstereres Bild zeichnet. Allerdings bezieht sich der Regierungsbericht auf 2005, als die Wirtschaftserholung begann.
Reuters | 16. September 2008 — Berlin (Reuters) - In Deutschland sind dank der sinkenden Arbeitslosigkeit erstmals seit zehn Jahren wieder weniger Haushalte v…
Reuters | 10. September 2008 — Berlin (Reuters) - In Deutschland geht die Armut einem Zeitungsbericht zufolge erstmals seit einem Jahrzehnt zurück. Von 2005…
Reuters | 25. Juni 2008 — Berlin (Reuters) - Für Kinder in Deutschland ist das Risiko gestiegen, in relativer Armut aufzuwachsen. Dem am Mittwoch vom K…
Reuters | 15. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - In einigen Regionen Ostdeutschlands sind prozentual mehr als doppelt so viele Menschen von Armut bedroht wie…
Reuters | 17. Februar 2010 — Berlin (Reuters) - In Deutschland leben immer mehr Menschen in Armut. Kinder und junge Menschen sind nach einer am Mittwoch in …
Reuters | 18. Mai 2009 — Berlin (Reuters) - In Deutschland drohen einer Studie zufolge zahlreiche Regionen zu verarmen. Die Bundesrepublik sei in dies…
Reuters | 25. Juni 2008 — Berlin (Reuters) - Das Bundeskabinett streitet trotz einstimmiger Zustimmung zum neuen Armutsbericht weiter über dessen Inhalte…
LohnPraxis-Weblog | 20. Mai 2008 — Nach dem gestern vom Bundesministerium für Arbeit veröffentlichten Armutsbericht wird die Kluft zwischen Arm und Reich in Deuts…
Reuters | 29. Oktober 2010 — Berlin (Reuters) - Mehr als jede dritte Alleinerziehende und deren Kinder sind in Deutschland armutsgefährdet. Das Statistisc…
Reuters | 17. Juli 2008 — Berlin (Reuters) - Erstmals sind in einem Jahr weniger als 5000 Tote auf deutschen Straßen gezählt worden. 2007 hätten 4949 M…