Web 2.0 à la Max
am 04.10.2006 von http://www.jurabilis.de
Das Hochglanz-Blatt Max aus dem Hause Burda, zuständig für den Edel-Boulevard, begreift die Foto-Plattform Flickr als ideales Jagdrevier zu eigenen Zwecken - und das auch noch schön billig. Seit diesem Sommer tritt das Blatt an die Mitglieder der Fotocommunity heran: Mit der Flickr Max Magazine Group suchen wir nach neuen Talenten, nach frischen Ideen, ausgefallenen, schönen, skurrilen und lustigen Bildern. Und jeden Monat präsentiert Max im Heft die Highlights dieser Group. Soll heißen, die User machen fleißig Fotos, die besten werden veröffentlicht.
Eine feine Sache, mag mancher da denken, man wird bekannt und ein nettes Zubrot gibt es auch. Doch weit gefehlt. Es gibt leider kein Honorar für das Bild - seht es als Competition an, heißt es in den sogenannten Group Rules von Max. Aber jeder Flickr-Fotograf werde namentlich genannt. Bisher hätten sich alle Beteiligten sehr gefreut, schreiben die Max-Redakteure. Und natürlich gebe es auch ein Belegexemplar.
Auch einzelne User werden angefragt, ob sie nicht Lust auf Veröffentlichung eines ihrer Bilder hätten, natürlich mit ein paar Zeilen über das Bild, um der Redaktion auch gleich die schwierige Arbeit der Texterstellung abzunehmen.
Auf gut deutsch: Das Hochglanzmagazin eines großen Verlagshauses, ein durchaus kommerzielles Produkt, bedient sich zum Nulltarif an den Arbeiten Dritter und speist sie mit einem Almosen ab. Erstaunlicherweise sind sich beinahe tausend Mitglieder der entsprechenden Gruppe für diesen Nepp nicht zu schade.Spiegel online klärt auf.
Bei Flickr kann man in einem Thread im Germany-Forum bereits die folgende Antwort auf eine MAX-Anfrage nach einem Foto lesen:Re: Your photo in Max magazine
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