Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter
Reuters | 8. Februar 2010 — Berlin (Reuters) - Zwei Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst sind die Warnstreiks am Montag fortgeset…
Berlin (Reuters) - Zwei Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften die Warnstreiks am Montag in acht Bundesländern fortgesetzt.
Schwerpunkte der Proteste von rund 29.000 Beschäftigten lagen in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, wo Busse und Bahnen zum Teil nicht mehr fuhren. Warnstreiks im Winterdienst plane Verdi derzeit nicht, sagte ein Sprecher mit Blick auf eine entsprechende Drohung des Deutschen Beamtenbundes. Auch in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Thüringen und Brandenburg arbeiteten Beschäftigte nicht.
Mit den Warnstreiks wollen die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund ihrer Forderungen nach einer Gehaltssteigerung im Volumen von fünf Prozent für rund zwei Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber lehnen die Tarifforderung ab, haben aber noch kein Angebot vorgelegt. "Die Arbeitgeber können sich eine Nullrunde abschminken", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske in Hannover, wo 15.000 Beschäftigte demonstrierten.
In vielen Städten waren nach Gewerkschaftsangaben auch Krankenhäuser, Müllentsorgung, Behörden und Sparkassen betroffen. In Kindertagesstätten weiteten mehrere Tausend Erzieherinnen die Streiks aus, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mitteilte. So seien beispielsweise in Ludwigshafen 29 von 35 Einrichtungen geschlossen gewesen.
Während der dritten Verhandlungsrunde, die von Mittwoch bis Freitag in Potsdam stattfindet, sollen die Proteste Verdi zufolge ausgesetzt werden. Am Dienstag sind Beschäftigte in Berlin zu Streiks aufgerufen. Bereits in der vergangenen Woche waren Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes vorübergehend in den Ausstand getreten.
Erschienen 8. Februar 2010 bei http://www.reuters.com.
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