Rezension: Urheberrecht, von Artur-Axel Wandtke
Presserecht aktuell | 20. Juli 2011 — Das juristische Lehrbuch Urheberrecht des Berliner Professors für Urheberrecht und Bürgerliches Recht Artur-Axel Wandtke ist in…
Artur-Axel Wandtke ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt im Bereich Urheberrecht – neben seiner Professur ist er mir vor allem ein Begriff als einer der beiden Herausgeber des Wandtke-Bullinger UrhG-Kommentares, mit dem ich sehr gerne arbeite. Die Chance, sein Lehrbuch zum Urheberrecht durchzulesen, habe ich gerne wahr genommen.
Was mir direkt ins Auge gefallen ist, war die Struktur des Buches, die ich als sehr zugänglich empfunden habe:
Einleitung Das Werk Rechte des Urhebers Urhebervertragsrecht Schrankenregelungen Recht der Verwertungsgesellschaften Verwandte Schutzrechte Softwareschutz Technische Schutzmaßnahmen Durchsetzung des Urheberrechts Urheberstrafrecht Einigungsvertrag Internationales Urheberrecht & Kollisionsrecht Anhang (u.a. mit ausgewählten Entscheidungen)Inhaltlich sprechen die gewählten Kapitelnamen für sich – wem die Begrifflichkeiten nicht auf Anhieb etwas sagen, dem sei hier versichert, dass zum Thema Urheberrecht alles drin ist, was man braucht.
Das Inhaltsverzeichnis verspricht sehr viel – und bei insgesamt fast 450 Seiten Text ist es das auch durchaus. Allerdings muss direkt gesehen werden, dass hier ein sinnvoller Aufbau gewählt wurde, fernab der einfach am Gesetzestext orientierten Struktur anderer Bücher, die sich schnell im Bereich eines “lesbaren Kommentars” bewegen.
Nun denke ich, muss deutlich gesehen werden, dass es sich hier bei wirklich um ein Lehrbuch handelt: Der Leser muss mit sehr vielen abstrakten und theoretischen Ausführungen rechnen, die weit über die rein praktische Sichtweise hinausgehen. Das ist nicht notwendig ein Kritikpunkt, aber bedeutet vor allem eines: Den schnellen Einstieg gibt es hier nicht. Zwar ist das erste Kapitel mit der Bezeichnung “Einleitung” sehr verlockend – letztlich handelt es sich aber um einen mitunter hochtheoretischen Teil (der sicherlich interessant ist).
Schritt für Schritt, mit viel Arbeit, muss man sich den Inhalt hier erarbeiten, wobei man keine Angst haben muss vor langatmigen Ausführungen oder Schachtelsätzen: Der Schreibstil ist Alltagstauglich und problemlos. Doch spätestens wenn der Autor den internationalen Rechtsvergleich sucht oder dezidiert Urteile “zerlegt” muss man erkennen, auf welchem Niveau das Buch sich bewegt, daher nochmals, das Wort “schnell” hat im Zusammenhang mit dem Durcharbeiten des Buches nichts zu suchen.
Wie sieht es nun mit der praktischen Seite aus: Schreibt der Autor aus dem Elfenbeinturm oder kann man das Buch im Alltag nutzen? Der Blick auf aktuelle Themen zeigt, dass der Herausgeber den Anschluss an den Alltag aktiv sucht. Filesharing-Abmahnungen sind ein fester und nicht gerade kurz abgehandelter Teil des Buches, ebenso die Abmahnung als Rechtsinstrument oder auch Themen wie die Störerhaftung im Internet. Dabei sollte schon auffallen, dass das 10. Kapitel sich der “Durchsetzung der Rechte” widmet – …
» Vollständiger ArtikelErschienen 24. November 2010 auf http://www.jurakopf.de.
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