Wahlforscher trauen Steinmeier keine Aufholjagd zu
Reuters | 2. August 2009 — Berlin (Reuters) - Die Meinungsforscher trauen der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier keine ähnlich furios…
Berlin (Reuters) - Die Meinungsforscher trauen der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier keine ähnlich furiose Aufholjagd bis zur Bundestagswahl zu wie vor vier Jahren.
Steinmeier fehle die Aura und die Popularität, um seinen Rückstand noch ähnlich deutlich abzubauen, wie dies dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder bei der Wahl 2005 gelungen sei, resümierten die Forscher von Emnid und Forsa in der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht.
Schröder hatte vor vier Jahren nach einem Rückstand der SPD von mehr als 15 Prozentpunkten bis zum Wahltag mit 34,2 Prozent der Stimmen noch fast zur Union aufgeschlossen und allein im Schlussspurt mehr als sechs Punkte zugelegt. "Diesen Spitzenwert kann Kanzlerkandidat Steinmeier kaum noch erreichen", sagte Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner. Bislang fehle ihm ein großes Gewinnerthema. "Außerdem hat er nicht die Spürnase für Themen wie Schröder." Steinmeier stelle sein Wahlkampfteam in den Vordergrund und nicht sich selbst. "Steinmeier fehlt die Aura. In dem Team sehe ich niemand, der den Trend gegen die SPD umzudrehen vermag", erklärte Schöppner. Schwer wiege auch, dass nur ein Drittel der SPD-Anhänger glaube, dass ihre Partei "auf Basis von bisher 24 bis 25 Prozent in den Umfragen noch ein gutes Ergebnis um die 30 Prozent erreichen kann".
Forsa-Chef Manfred Güllner ist überzeugt, dass bei der Wahl 2005 viele zunächst unentschlossene Wähler sich gerade wegen des damaligen Kanzlers Schröder für die SPD entschieden hätten. "Der fehlt aber heute", sagte Güllner. Zudem Schröder damals populärer gewesen als seine Herausforderin, CDU-Chefin Angela Merkel. "Jetzt ist es genau umgekehrt", sagte Güllner. Merkel ist Umfragen zufolge weitaus beliebter als ihr Konkurrent Steinmeier. "Und es gibt keine Wechselstimmung: Die Leute wollen Merkel als Kanzlerin behalten", fügte Güllner hinzu. Für Steinmeier werde es daher sehr schwer noch aufzuholen - drei Prozentpunkte wären schon viel, sagte der Forsa-Chef. Derzeit rangiert die SPD in Umfragen bei 24 Prozent und damit rund zwölf Punkte hinter der Union.
Erschienen 1. August 2009 bei http://www.reuters.com.
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