Vornamen Transsexueller
am 20.12.2005 von http://sewoma.de/berlinblawg
Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 06.12.2005 - AZ: 1 BvL 3/03 - entschieden, dass § 7 Abs. 1 Ziff. 3 Transsexuellengesetz (TSG) das durch Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG geschĂŒtzte Namensrecht verletzt.
Transsexuelle Menschen, auch als Hermaphroditen bezeichnet, sind Menschen, die von Geburt an mĂ€nnliche und weibliche Geschlechtsorgane besitzen. Bis in die heutige Zeit werden Menschen mit zweigeschlechtlichen AusprĂ€gungen oft schon kurz nach der Geburt durch eine Operation einem Geschlecht “zugeordnet”. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die Eltern und Ărzte zu diesem Zeitpunkt gar nicht wissen, welches Geschlecht spĂ€ter ĂŒberwiegen wird.
Der Antragsteller gehört (ĂŒberwiegend) dem mĂ€nnlichen Geschlecht an und lieĂ sich 1987 aufgrund seines hermaphroditischen Wesens den Vornamen von Kai in Karin Nicole Ă€ndern, ohne eine Geschlechtsumwandlung nach den §§ 8, 10 TSG, fĂŒr die unter anderem eine entsprechende Operation erforderlich ist, durchzufĂŒhren. Im Jahr 2002 heirate Karin Nicole eine Frau. Im Geburtenbuch des Antragstellers vermerkte der Standesbeamte nun wieder den Vornamen Kai. Gegen diese Entscheidung ging der Antragsteller erfolgreich vor. Denn das Landgericht Itzehoe setzte das Verfahren aus und legte dem BVerfG das Verfahren zur Entscheidung vor. Das BVerfG hörte u.a. das Bundesinnenministerium zu dieser Frage, die die Auffassung vertreten, die Vorschriften des TSG seien mit dem GG vereinbar und nicht unverhĂ€ltnismĂ€Ăig.
Das BVerfG kam jedoch zu dem Ergebnis, dass die Vorschrift § 7 Abs. 1 Ziff. 3 TSG nicht mit dem GG vereinbar ist, “soweit es homosexuellen Transsexuellen ohne Geschlechtsumwandlung auf Grund des § 7 Abs. 1 Nr. 3 TSG eine rechtlich gesicherte …
1 BvL 3/03 vom 06.12.2005
BVerfG / Das Vorlageverfahren betrifft den durch Heirat eintretenden Verlust des vorher geĂ€nderten Vornamens, mit dem ein Transsexueller das Geschlecht zum Ausdruck gebracht hat, dem er sich zugehörig empfindet.…
BVerfG zum TranssexuellenG
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Rechtblog / Der 1929 geborene Antragsteller ist seit 56 Jahren verheiratet. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen. Schon seit langem fühlt er sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig. Aufgrund gerichtlicher Entscheidung nach dem Transsexuellenges…
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Aktenvermerk / Der Verfassungsgerichtshof hat den sog. Transsexuellen-Erlass des Innenministeriums als gesetzwidrig aufgehoben. Dieser sah u.a. vor, dass eine Änderung des Geschlechts nur dann im Geburtenbuch eingetragen werden darf, wenn der Antragsteller ode…
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LG Köln: Arzt macht intersexuelle Patientin illegal zum Mann Urt. v. 06.02.2008, Az. Az.: 25 O 179/07
MediBlawg / Das Landgericht Köln hat einen Arzt wegen des operativen Eingriff bei einer intersexuellen Patientin zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt. Im Vorgriff auf eine 1977 durchgefĂŒhrte operative Entfernung ihrer Eierstöcke und der GebĂ€rmutter sei…
