Papst nimmt Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa an
Reuters | 8. Mai 2010 — Vatikan-Stadt (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa angenommen. Das te…
Berlin (Reuters) - Gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa sind Vorermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet worden.
Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt bestätigte die Vorermittlungen am Freitag, wollte aber keine Auskunft zur Art der Anschuldigungen und zu ihrem Hintergrund geben.
Ein Sprecher des Bistums Eichstätt erklärte, es gehe um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs während Mixas Zeit in Eichstätt. Der Anwalt des Bischofs wies die Vorwürfe in der "Augsburger Allgemeinen" zurück. Der 69 Jahre alte Kirchenmann hatte im April beim Papst ein Rücktrittsgesuch eingereicht, nachdem er wegen Prügelvorwürfen unter Druck geraten war.
Die "Augsburger Allgemeine" berichtete ohne Angabe von Quellen, Mixa solle als Eichstätter Bischof einen Jungen missbraucht haben. Die Missbrauchsbeauftragten des Bistums Augsburg hätten die Staatsanwaltschaft nach sorgfältiger Prüfung der Vorwürfe unterrichtet. "Hinweise, die jetzt gegeben wurden, hat das Bistum Augsburg in Übereinstimmung mit den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz den zuständigen Stellen zur Kenntnis gebracht und angezeigt", erklärte auch das Bistum.
Mixas Anwalt Gerhard Decker bemüht sich nach eigenen Angaben um Akteneinsicht. "Mein Mandant weist die jetzt gegen ihn erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück und wird nach Kräften mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt zusammenarbeiten, um den Fall restlos aufzuklären", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".
Mixa war von 1996 bis 2005 Bischof von Eichstätt, danach wurde er Bischof in Augsburg. Der strikte Abtreibungsgegner stand wegen seiner sehr konservativen Ansichten häufig in der Kritik. Unter anderem sorgte er für Aufruhr, als er Vorschläge der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen zum Ausbau der Kleinkinderbetreuung als kinderfeindlich und ideologisch verblendet bezeichnete. Der CDU-Politikerin warf er seinerzeit vor, Frauen zu "Gebärmaschinen" zu degradieren.
Erschienen 7. Mai 2010 bei http://www.reuters.com.
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