Schweigen ist Gold
Kanzleien im Internet | 16. Dezember 2010 — Oder eben Klappe halten, wie hier von Kollegen RA Hoenig aus Berlin unterhaltsam berichtet wird. So können sich nämlich Ver…
Folgender Verkehrsunfall, der so immer mal wieder vorkommt:
Unser Mandant befährt ordnungsgemäß eine Kreuzung bei grünem Wechsellicht. Von rechts fährt ein Dienstwagen der Bundespolizei in die Kreuzung, obwohl deren Ampel rot war. Sonderrechte, also Blaulicht und Martinshorn, haben sie nicht in Anspruch genommen. Das geben Sie gegenüber der herbeigerufenen Polizei bei der Unfallaufnahme auch zu. Unser Mandant verletzte sich und gab das auch an. Klarer Fall, die Polizei muß ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den fahrenden Bundespolizist einleiten. Sie wird es auch tun, obwohl dem unfallaufnehmenden Beamten der Verursacher offensichtlich persönlich bekannt war und ihn auch duzte, hatte unser Mandant vollstes Vertrauen in den Rechtsstaat.
Umso erstaunter der Blick des Mandanten, als ihm von uns nach Sichtung der Unterlagen zu seinem Fall mitgeteilt wurde, daß sich aus dem Aktenzeichen bereits ergibt, daß der Verursacher von seinem “lieben Kollegen” lediglich mündlich verwarnt wurde. Kein Strafverfahren, kein Ermittlungsverfahren bei der an sich zuständigen Verkehrsunfallbereitschaft. Lediglich das Unfallblatt mit der mündlichen Verwarnung wurde beim Abschnitt hinterlegt.
Der normale Verkehrsteilnehmer hätte sich bei dieser Konstellation erst einmal einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren ausgesetzt gesehen. Selbst bußgeldrechtlich hätte er hier ein Bußgeldbescheid über 150,00 €, 4 Punkten und 1 Monat Fahrverbot “kassiert”. Darüber hinaus hätte seine eigene Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit nicht gezahlt.
Der Herr Bundespolizist hingegen wurde nur mündlich verwarnt. Das war’s.
Weil auch wir das nicht zu glauben vermochten, haben wir noch einmal Strafanzeige und Strafantrag gestellt und gegen den unfallaufnehmenden Beamten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt, verbunden mit der Anregung zur Prüfung, ob hier möglicherweise eine Strafvereitelung im Raume steht!
Tags: Ordnungswidrigkeitenrecht, Strafrecht, Verkehrs StrafrechtOrdnungswidrigkeitenrecht, Strafrecht, Verkehrs Strafrecht Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.Erschienen 17. Januar 2007 auf http://rechtsnotizen.de.
Kanzleien im Internet | 16. Dezember 2010 — Oder eben Klappe halten, wie hier von Kollegen RA Hoenig aus Berlin unterhaltsam berichtet wird. So können sich nämlich Ver…
Mord ist mein Beruf | 8. November 2007 — Mein Mandant hatte sich in einem Telefonladen aufgeregt, weil man ihm dort versprochen haben soll, einen Vertrag zu stornieren,…
Schadenfixblog | 10. Dezember 2010 — Darf die Polizei eigentlich alles – auch andere Verkehrsteilnehmer nötigen? Bis jetzt sieht es so aus. Vor einiger Zeit kam e…
LawBlog | 15. Oktober 2008 — Der Unfall ereignete sich auf dem Werksgelände eines großen Unternehmens. Mein Mandant stand mit seinem Lastwagen an einer Lade…
Schadenfixblog | 8. September 2011 — Rechtsanwalt Carsten Meinecke Vertragsanwalt des ADFC Berlin e.V. Häufig werden durch Sachverständigengutachten provozierte…
STRAFSACHEN | 6. Juli 2011 — Bei dem Mandanten wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Ihm wird ein Wohnungseinbruchdiebstahl vorgeworfen. Anlässlich der D…
Kanzleien im Internet | 15. September 2011 — Der Mandant berichtet: In der Firma gab es ein Techtelmechtel zwischen Angestellten. Kommt ja vor. Böswillige Beobachter habe…
Kreuzberger Verkehrsrecht | 27. November 2006 — Ein 25-jähriger Mann hat in der vergangenen Nacht in Treptow versucht, mit einem Auto vor der Polizei zu flüchten. Die Beamte…
NEBGEN | 15. November 2010 — Vor einigen Jahren bekam ich Kenntnis von einem Vorgang in einem nördlichen Bundesland. Ein Mandant war auf seinem Motorrad von ei…
Schadenfixblog | 1. Oktober 2010 — Wenn eine Lichtzeichenanlage schon nicht mit entsprechender Messanlage zur Verfolgung von Rotlichtsündern ausgestattet ist, dan…