Von Unschulds- und anderen Vermutungen

Wenn (Schein-)Prominente durch (mutmaßliche) Verfehlungen statt durch Leistung in Erscheinung treten, haben die Medien erheblich Einfluss darauf, wie sich diese Ereignisse auf die öffentliche Karriere der Betroffenen auswirken können.

Stefan Niggemeier hat in seinem Blog am Beispiel der Verhaftung von Jörg Kachelmann eine Diskussion entfacht, ob Medien überhaupt berichten sollen, wenn dadurch das Leben dieser Person zerstört werden könne:

“Wenn das stimmt, wenn also schon die Berichterstattung über einen Verdacht gegen einen Prominenten sein Leben zwangsläufig zerstört, dann kann es daraus doch nur eine einzige Konsequenz geben: nicht über diesen Verdacht zu berichten. Die Abwägung zwischen den Interessen der Öffentlichkeit und denen des Betroffenen fiele in diesem Fall leicht. Wenn über jemanden nicht berichtet wird, der sich später als schuldig herausstellt, wäre das Opfer der Öffentlichkeit nur, spät davon erfahren zu haben. Wenn über jemanden berichtet wird, der sich später als unschuldig herausstellt, wäre sein Opfer seine ganze Karriere.

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Themen: Medien , Stefan Niggemeier , Schuldig , Journalisten , Ethik

Erschienen 24. März 2010 auf http://log.handakte.de/.

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