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Von Russland nach Deutschland in die Heroinabhängigkeit

am 12.02.2006 von strafblog

Morgen findet die Verhandlung gegen einen Mandanten statt, der vor einigen Jahren als sogenannter Russlanddeutscher mit seiner Familie nach Deutschland gekommen ist und dann ziemlich schnell in die Heroinabhängigkeit abgerutscht ist. Zwischendurch hatte er es mal eineinhalb Jahre lang geschafft, clean zu bleiben, aber dann ist er rückfällig geworden. Jetzt sitzt er wegen unerlaubter Einfuhr und Handeltreibens mit Heroin in nicht geringen Mengen - es geht um 20 bzw. 25 Gramm - in Untersuchungshaft. Neben einer Verurteilung droht auch der Widerruf einer neunmonatigen einschlägigen Bewährungsstrafe. Eine der beiden angeklagten Taten gibt er zu, die andere bestreitet er. Seine Frau und die beiden Kinder vermissen den Vater, wollen ihn wieder bei sich zuhause haben. Aber ohne Drogen, wenn es geht. Die Frau fragt sich, ob es überhaupt richtig war, nach Deutschland zu kommen. In Russland sei man glücklicher gewesen, trotz der gravierenden wirtschaftlichen Probleme, die man dort hatte.

Der Mandant hat sich vorgenommen, ein Therapie zu machen, sobald es geht. Er hat sich aus der Haft heraus bereits mit einer Therapieeinrichtung in Verbindung gesetzt. Jetzt hofft er auf einen 35er, also eine Zurückstellung der zu erwartenden Strafe zugunsten einer Rehabilitationstherapie. Im Falle eines Bewährungswiderrufs könnte auch die widerrufene Strafe zurückgestellt werden, das gibt das Gesetz her.

Ich denke, es wird schon klappen mit einer therapiefähigen Verurteilung. Aber die Problemlösung fängt dann erst an.

Autor: RA Rainer Pohlen

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