Vom verrückt gewordenen Grenzzeichen zum VersAusglG
beck-blog | 30. Oktober 2011 — Ich hatte es zunächst für einen Scherz gehalten, aber es stimmt tatsächlich: Die Deutsche Gesellschaft für Gesetzgebung vergi…
Ich hatte es zunächst für einen Scherz gehalten, aber es stimmt tatsächlich:
Die Deutsche Gesellschaft für Gesetzgebung vergibt jährlich einen Ersten Preis für gute Gesetzgebung.
Und der Gewinner 2011 ist: Das Versorgungsausgleichsgesetz
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Apfelbaum soll der Preis hervorragende Akte auf dem Gebiet der Gesetzgebung sowohl dem Fachpublikum als auch einer möglichst breiten Öffentlichkeit vorstellen und dadurch die Qualität der Gesetzgebung insgesamt fördern.
Zugegeben: Schon sprachlich waren die §§ 1587 ff BGB (a.F.) so ziemlich das Schlimmste, was dem Gesetzgeber jemals aus der Feder geflossen ist.
Das VersAusglG mit seinen kurzen Sätzen und wenigen Absätzen ist demgegenüber eine echte Wohltat.
Ob man das Gelesene dann auch versteht, ist eine andere Frage
Stephanie Thieme (Leiterin des beim Bundesministerium der Justiz angesiedelten Projekts "Verständliche Gesetze") dazu auf Lto:
Je spezieller der Adressatenkreis des Gesetzes ist, umso spezieller dürfe auch die Regelung in ihrer Terminologie und systematischen Darstellung sein. Der Bearbeiter müsse immer im Hinterkopf behalten, dass er es mit einer Fachsprache zu tun hat, an die man nicht ohne weiteres den Maßstab der Alltagssprache anlegen kann. Verbesserungswürdig seien in jedem Fall allgemeine Verständlichkeitshindernisse, wie etwa überlange und verschachtelte Sätze oder das Aneinanderreihen von nominalisierten Verben. Über derartige formale Kriterien hinaus prüfen die Sprachwissenschaftler auch den logischen Aufbau und die Schlüssigkeit des Textes.
Ganz ohne wissenschaftliche Hilfestellung gelang dem Gesetzgeber 1896 ein in seiner sprachlichen Klarheit bis heute unübertroffenes (Ur-)BGB.
Nur manchmal wurde er dabei lyrisch
§ 923
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