Volkacher Foltermordprozess: "Fleischmasse" in der Plastiktonne

Grausige Funde wie im Fall der gefolterten und zerstückelten Rentnerin aus Volkach (Kreis Kitzingen) sind selbst für einen erfahrenen Beamten der Mordkommission alles andere als alltäglich: „Die Leiche bot ein erschütterndes Bild. Es ist erschreckend, dass so etwas möglich ist“, sagte Kriminalhauptkommissar Karl Erhard am zweiten Verhandlungstag im Schwurgerichtsprozess gegen den 51-jährigen Stiefsohn der getöteten Frau.

Wie berichtet, soll der Maschinenbauer seine Stiefmutter am Abend des 3. April 2006 in dem gemeinsam bewohnten Anwesen in Volkach stundenlang grausam gefoltert, ermordet und den Leichnam anschließend zerstückelt haben. Tatort war ein Raum im Keller des Hauses, der von der Kripo in den Ermittlungsakten als „Eisenbahnzimmer“ bezeichnet wird. In dem Raum, den der verstorbene Vater des Angeklagten für seine Modelleisenbahn benutzt hatte, fanden Erhard und seine Kollegen Knochensplitter und kleine Blutspritzer.

Die verräterischen Spuren waren mit bloßem Auge zu erkennen, obwohl der Angeklagte sich nach der Tat bemüht hatte, sie zu entfernen. Unter anderem hat er ein Stück des Teppichs aus dem Raum abgeschnitten und zusammen mit einem Zahnteil und der Bekleidung des Opfers verbrannt. An Wand und Decke des Zimmers waren stabile Metallösen angebracht, an denen der Angeklagte den entkleideten Körper seines Opfers mit gespreizten Armen und Beinen aufgehängt hat.

Die zerstückelte Leiche der Rentnerin fanden die Beamten in einer verschlossenen blauen Plastiktonne in einem anderen Kellerraum. Ein Polizist beschrieb das grausige Bild vor Gericht gestern als „Fleischmasse, aus der ein Unterschenkel herausragte“. Die Bilder von den Leichenteilen in der Regentonne schaute sich der 51-Jährige vor Gericht ohne erkennbare äußere Regung an. Auch bei seiner ersten Vernehmung durch die Kripo sei der Maschinenbauer fast stoisch ruhig gewesen, berichtete Erhard.

Noch bevor das Opfer als die 73-jährige Hauseigentümerin identifiziert werden konnte, verwickelte sich der Angeklagte in Widersprüche und galt schnell als Hauptverdächtiger. In seiner Wohnung im Obergeschoss des Hauses fanden die Ermittler tausende Bilder und 150 Videos mit teilweise äußerst brutalen sad…

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Themen: Erhard

Erschienen 15. Juni 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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