Volkacher Foltermord vor dem Schwurgericht

Die zerstückelte Leiche des Opfers konnte nur anhand der Zähne identifiziert werden: Weil er seine 74-jährige Stiefmutter grausam gefoltert, sexuell missbraucht und getötet haben soll, muss sich ein 51-jähriger Maschinenbauer aus Volkach (Kreis Kitzingen) ab Dienstag vor dem Schwurgericht in Würzburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte durch die ungeheuerliche Tat sadistische Phantasien befriedigen wollte. Sie legt dem 51-Jährigen Mord, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung zur Last.

Hinter der unscheinbaren Fassade eines Einfamilienhauses in Volkach spielte sich vor vierzehn Monaten ein schauriges Familiendrama ab. Am 5. April 2006 fand die Polizei in dem Anwesen den zerstückelten Körper der Hauseigentümerin in einer blauen Plastiktonne. Einer der leiblichen Söhne der Rentnerin hatte sie als vermisst gemeldet. Der Stiefsohn der Frau, der mit seiner Lebensgefährtin im Dachgeschoss des Hauses lebte, geriet schnell als Hauptverdächtiger ins Visier der Kriminalpolizei. Weil nicht er, sondern die 74-Jährige von seinem Vater als Erbe des Hauses eingesetzt worden war, soll der Maschinenbaumeister im Laufe der Jahre „tiefe Hassgefühle gegen die Stiefmutter entwickelt“ haben, sagt Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager.

Nach Auffassung des Anklagevertreters wurde die Rentnerin am 3. oder 4. April von ihrem Stiefsohn unter einem Vorwand in den Keller des Hauses gelockt. Dort soll er Peitschen, Messer, Spieße, Seilzüge, Ketten und andere Folterwerkzeuge vorbereitet gehabt haben, um eine ausgeprägte Neigung zu sadistischen Sexualpraktiken und Gewaltphantasien auszuleben. In seiner Wohnung fanden die Ermittler eine ganze Sammlung von einschlägigen Bildern und Filmen gequälter Frauen.

Mit Hilfe eines Elektroschockers soll der 51-Jährige die Stiefmutter im Keller erst handlungsunfähig gemacht und sie dann entkleidet, gefesselt und geknebelt haben. Die Anklage geht davon aus, dass der Maschinenbauer sein wehrloses Opfer nicht nur stundenlang brutal gequält, sondern auch sexuell missbraucht hat.

Über hundert Schläge und fünf Stichverletzungen in empfindliche Körperteile, außerdem ein zwölf Zentimer breiter Schnitt in den Hals wurden bei der Obduktion festgestellt. Laut Rechtsmedizin ist die 74-Jährige verblutet. Ob der Angeklagte damit begann, den Körper zu zerteilen, als sie noch am Le…

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Erschienen 10. Juni 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.

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