Video Killed the Radio Star – Now He’s Back?

Nein, dass das Fernsehen diesen Star des Radios „gekilled“ hätte, wäre sicher falsch. mag auch sein, dass die erste Sendung gestern noch zum Aufwärmen wie die ersten weiteren sein wird. Aber nicht weniger wahr ist, dass im neuen Sendeformat der Teil seiner Talente wieder eine Chance finden könn(t)en, die keinen geringen Teil derjenigen Popularität von Thomas Gottschalk begründeten und ausprägten – anfangs eben beim Radio.

Über seine Motivation, das Risiko einer neuen Sendung einzugehen „Die Radiozeit war beruflich die beste meines Lebens. Ich bin mit meinem Plattenkoffer kurz vor acht im Studio erschienen und wusste, ich habe eine Stunde lang alle bayerischen Radiohörer zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig für mich. Keine Playlist, keinen Comedy-Redakteur, keine Zettel mit irgendwelchen Jokes – einfach nur eine One-Man-Show.“

Ich kann das nicht verleugnen, ich bin ein „Kind des Radios“ – der berühmte Blaupunkt lag in meinem Kinderwagen meist zu meinen Füssen, egal wo wir unterwegs waren. Und als ich aus dem Kinderwagenalter heraus war, war er eben so mit dabei - im Luitpoldpark oder an der Isar, im Englischen Garten oder sonst in der Isarmetropole. Und ein Miniradio, kaum grösser als ein Handdiktiergerät, gehörte sonntagmorgens um 8 mit dem Sonntagswecker im Radio unter der Bettdecke zu jedem Sonntag und war das richtige Teil, um eben nur mich und niemanden sonst sonntagmorgens zu wecken. Der Blaupunkt stand weiterhin zuhause auf dem Regal. Mittwochabends und Freitagabends waren Sendungen mit Fred Rauch lange Zeit der einzige interaktive Kult im Radio: Und niemand anderer als das Lizerl war schon mit 6, ..7 Jahren regelmässige Hörerin – und (ja, Interaktivität nach Dinos Art) Anruferin, um die Wunschlieder gelegentlich für eine meiner Grossmütter zu deren Geburtstagen, aber auch wöchentlich vor allem die meiner Mutter in der Sendung zu erbitten. Ich wählte mit endloser Geduld – und selten umsonst. Interaktiv findet heute per sms, twitter und fb mit Radio und TV statt. Meine Sender waren AFN und – eben der BR. Die Sender suchte man noch mit dem Drehknopf und Feingefühl, um ihn möglichst rauschfrei zu hören. AFN hatte für mich mehr als nur die Bedeutung eben des amerikanischen Senders, den ich wegen der Musik gern hörte. Radio – das war ein Stück Freiheit. Auch als Fernsehen für mich ebenso selbstverständlich und geliebt war, dass – jede Woche wurde freitags die HÖRZU gekauft und angestrichen, was man sehen wollte und durfte – meine Eltern prognostizierten, ich würde wohl irgendwann mit viereckigen Augen herumlaufen. Fernsehverbot war eine empfindlichere Strafe für mich als Hausarrest. (Gleich nach Leseverbot, das das schlimmste aller Strafmittel war in meinem Empfinden). Auch ihren – spasseshalber – eines Tages durchgeführten Testtag „Heute darfst Du mal so lang und alles kucken, was Du willst“ überstand ich gnadenlos. Und enttäuschte ihre Hoffnung, wen…

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Themen: Kommentar , Rauch , Motivation , Das Erste , Thomas Gottschalk , Comedy , Gottschalk , News & Medien , Isar , Personen Und Ämter , Re-view Mit Augenzwinkern , Mittagspausen-feed 2 Info , Gottschalk Live

Erschienen 24. Januar 2012 auf http://jusatpublicum.wordpress.com.

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